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musik

Sophia - Technology Won´t Save Us

2007-04-02 00:12:22

Personen, die zu depressiven Verstimmungen neigen, sollten einen großen Bogen um „Technology Won´t Save Us“ machen, allen anderen sei der neueste Wurf von Sophia wärmstens empfohlen.

Für alle, die sich über den kryptischen Albumtitel wundern, hier die kurze Erklärung. Robin Proper-Sheppard, Sophia-Kopf und Einmann-Band, hatte von diesem tragischen Erlebnis gehört, als ein Vater mit seinem Sohn kurz vor der Küste in Seenot geriet und trotz technischer Ausstattung ihres Schiffes, trotz Handy- und Funkkontakt mit der Küstenwache, kam jede Rettung für die beiden zu spät. Diese wahre Geschichte vertonte Proper-Sheppard im Opener „Technology Won´t Save Us“, ein hübsch orchestriertes Instrumental, das gegen Schluss in eine bedrohliche Wall-Of-Sound umschlägt.
 
 
 Stets ein Lächeln im Gesicht: Robin Proper-Sheppard
Foto: (c) http://www.sophiamusic.net/
 
Was für ein ungewöhnlicher Start in ein „Popalbum“, aber von gefälligem Pop waren Sophia ohnehin immer weit entfernt. Und dann kommt aus heiterem Himmel das daher: „Pace“. Keine Nummer könnte die Schwermut der ersten besser konterkarieren, als dieses unbeschwert dahinrockende und ungewöhnlich poppig-melodische Songjuwel. Aber keine Angst, das düstere Klanguniversum von Sophia ist nicht verschwunden. Keineswegs, denn was ab hier folgt, ist Melancholie und Schwermut pur, dominiert von Akustikgitarre und Proper-Sheppard´s zerbrechlicher Stimme.
 
Die wunderschön klagende Gänsehautballade „Where Are You Now“, der schwer depressive Charakter von „Big City Rot“ oder das jazzig angehauchte Instrumentalstück „Twilight At The Hotel Moscow“ verpassen der Stimmung einen ordentlichen Dämpfer. Und auch die optimistischer klingenden Nummern „Lost“, das ironischerweise vom Tod von Proper-Sheppard´s Mutter inspiriert wurde, oder das im Einklang mit Trompeten swingende „Birds“ sind nicht gerade Partyheuler, lassen aber zumindest ein paar Lichtstrahlen in die dunkle Welt Sophia´s. So ungewöhnlich sanft der Start, so ungewöhnlich rau klingt das Album mit den Noiserock-Eskapaden des dritten Instrumentaltitels „Theme for the May Queen No. 3 „ aus.
 
Abgesehen vom Ohrwurm „Pace“ muss man den Songs etwas Zeit zur Entfaltung geben. Tut man das, eröffnet sich einem ein sehr schwermütiges und düsteres, aber auch wunderschönes Album. Personen, die zu depressiven Verstimmungen neigen, sollten einen großen Bogen um „Technology Won´t Save Us“ machen, allen anderen sei der neueste Wurf von Sophia wärmstens empfohlen.   

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