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Sommerticket 07 - Mit dem Zug durchs Land

2007-09-10 18:36:45

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19 bzw. 49 Euro kostet der Sommer. Das ÖBB Sommerticket erlaubt (fast) freie Fahrt durch ganz Österreich- zehn Wochen lang. Was steckt dahinter?

Das vierte Jahr in Folge kauften wir uns das Sommerticket, um damit Österreich unsicher zu machen. Städte wie Graz und Salzburg stehen jedes Jahr auf dem Programm. Doch natürlich möchte das Auge mehr sehen und die Nase andere Luft atmen, also kommen jedes Jahr andere Orte hinzu, auf die Liste jener, die wir schon besucht haben.

Der Kampf um den Sitzplatz

Seit diesem Jahr weist die ÖBB bereits bei der elektronischen Fahrplanabfrage darauf hin, dass man in manchen Zügen bereits im Vorfeld einen Sitzplatz reservieren soll.

Wer das als lächerlich abtut, ist selbst schuld. Bester Beweis war die Fahrt von Wien nach Gmunden über Attnang-Puchheim. Ich befürchte, dass man bei jeder Fahrt nach Gmunden dort umsteigen muss. Dennoch möchte ich jene, die einen Sonntag in Gmunden planen, davon abhalten, mit dem Zug hinzufahren.

Bereits am Bahnsteig tummeln sich ältere Leute, so viele, dass man meint, eine Show des Musikantenstadls würde gedreht werden. Nach Einfahren des Zuges werden die Waggone gestürmt, ohne Gnade. Schlimmer als in den Wiener Verkehrsmitteln geht es in den Zügen, die von Attnang-Puchheim ins Salzkammergut fahren, zu.

Mit einem Mal sind alle Sitzplätze besetzt, auch jene mit einem Hinweis auf Reservierung. Wer von den älteren Mitmenschen wirklich eine Sitzplatzreservierung hat, bleibt fraglich.

Spaß im Nachtzug

Der Plan, einen Tag lang im Bodensee zu plantschen und aus Kostengründen dort nicht zu übernachten, lässt sich nur mit einer Fahrt mit dem Nachtzug verwirklichen. Zwei Nächte in Folge im Zug zu verbringen ist natürlich auch nicht das Gelbe vom Ei.

Erfahrungen mit Menschen, die sich um halb zwei in der Früh Universum-Folgen über das Paaren von Spinnen anschauen, habe ich ja bereits auf der Fahrt nach Zürich gemacht. Doch wenn ein Festival wie das Frequency zu Ende ist, dann ist es um den Schlaf zur Gänze geschehen.
Mit einem Mal erwacht der ahnungslose Zugmitfahrer, weil eine Horde Festivaljünger den Zug stürmt. Alles was noch nicht besetzt ist, wird besetzt. Auch am Boden sitzen plötzlich Menschen. An Weiterschlafen ist gar nicht mehr zu denken.

Etwas Gutes hat die Sache dennoch. Die neusten Festivalgeschichten müssen nicht in der Zeitung nachgelesen werden: man kann den Telefonaten der Mitfahrer lauschen. Und Schwarzfahren dürfte auch kein Problem sein, denn bei der Menschenmenge wäre kein Schaffner durchgekommen.

Fazit

Das Sommerticket kann süchtig machen. Die in der Webcommunitiy studivz- Das Studiverzeichnis gegründete Gruppe ÖBB-Sommerticket-Extrem-Ausnutzer, hat Mitglieder, die mit dem Sommerticket 27.000 km gereist sind. Ich hab wahrscheinlich „nicht einmal“ 5.000 geschafft.

Das Sommerticket rentiert sich schon bei Fahrten, die nur wenige Stunden dauern. Die Strecke Wien-Salzburg kostet ohne ÖBB Vorteilscard bereits 43,40 Euro. Die vielen langweiligen Stunden im Zug bleiben als negativer Beigeschmack. Dennoch ist jedem, der ein bisschen Natur und Kultur genießen möchte und ein paar Tage zwischen Juli und August Zeit hat, das Sommerticket wärmstens zu empfehlen. Hoffen wir auf ein Neues im nächsten Sommer.

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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