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Solarfassade: Häuser ohne Heizung sind Realität

2007-04-02 00:10:17

Steigende Energiepreise prägen unseren Alltag. Besonders in den Wintermonaten steigt die Sensibilität für die Heizkosten. Doch Häuser ohne Heizung, in der Architektursprache Passivhausstandard genannt, sind durch den Einsatz der GAP-Solarwabe bereits mehrfach erprobt und eingesetzt. Durch die GAP-Solarwabe ist dies nicht nur im Neubau sondern auch im Sanierungsbereich möglich.

Was ist ein Passivhaus?

Passivhäuser sind Häuser, die sehr geringe Wärmeverluste aufweisen. Die Wärmeverluste solcher Häuser sind so minimal, dass eine separate Heizung gar nicht mehr erforderlich ist. Passive Wärmequellen wie Sonne, Mensch, Haushaltsgeräte, Raumluft (Abluft) decken einen Großteil des Wärmebedarfs. Die restliche erforderliche Wärme wird durch eine kleine “Restheizung”, sprich über die Nacherwärmung der Zuluft zugeführt.
Wenn die Zuluftnachheizung als alleinige Wärmequelle ausreicht, nennen wir ein Gebäude ein Passivhaus – eben, weil es kein aktives Heizsystem - und auch keine Klimaanlage braucht.

 
Passivhauskonzept widerspricht bisherigen Erfahrungen

Ein Passivhaus mit 135 m² Wohnfläche kann mit einem einzigen Fön sprich 1400 Watt beheizt werden. Die durchschnittlichen Heizkosten können dadurch auf 60 Euro im Jahr gesenkt werden. Die Heizlast eines solchen Hauses beträgt maximal 10 Watt pro m². Dieser Wert ist so gering, dass ein Zimmer eines Passivhauses bereits mit der Wärme von zwei Glühbirnen beheizt werden kann. Diese Leistung entspricht der Wärmeabgabe einer erwachsenen Person bei sitzender Tätigkeit. Das bedeutet, dass eine Person ihren eigenen Wärmebedarf im Passivhaus decken kann.
 
In Passivhäusern ist die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung fixer Bestandteil des Konzepts. Eine Voraussetzung für das Lüftungskonzept ist die Luftdichtheit der Gebäudehülle, welche durch den Einsatz der GAP-Solarfassade beispielsweise erreicht wird.

 
Dämmen mit Licht
 
Dieses Fassadensystem besteht aus einer speziellen Zellulosewabe, die in Form eines verglasten Fassadenpanels an die Außenwand montiert wird. Eine hinterlüftete Verglasung schützt die Waben vor der Witterung und mechanischen Beschädigungen. Durch den Einsatz dieses Systems werden Wärmedämmwerte erreicht, die auf konventionellen Wegen nicht erreichbar sind.
 
Die tief stehende Wintersonne dringt in die Solarwabe ein und erwärmt diese. An der Außenseite der Wand bildet sich so eine warme Zone. Der Temperaturunterschied zwischen Wohnraum und Außenklima wird so praktisch ausgeglichen. „Wo keine Wärme verloren geht, muss auch keine Wärme erzeugt werden“, so beschreibt Aschauer kurz und bündig das Erfolgskonzept des Systems. Im Sommer verschattet sich die Struktur der Solarkartonwaben durch den hohen Sonnenstand von selbst, was zu einem angenehmen Raumklima führt. Auf teure und wartungsintensive Abschattungssysteme kann dadurch verzichtet werden.

 
Energiesparen muss schön sein

Architekturkonzepte, die auch auf ein verändertes Verhältnis zur Umwelt abstellen, müssen sich Gedanken über menschliches Erleben und Verhalten machen. Der Mensch ist kein Wesen rationonaler Entscheidungen. Kaufentscheidungen werden im emtionsbehafteten Zwischenhirn getroffen. Ein wesentlicher Faktor für moderne Architektur ist daher die Ästhetik, denn Bauen muss gefallen.
Die „Intelligenz“ einer Fassade zeichnet sich nicht in erster Linie durch besonders komplexe Technik aus, sondern durch größtmögliche Nutzung von natürlichen Energiequellen mit einem Minimum an technischem Aufwand. Eine Entwicklung ist nicht dann perfekt, wenn nichts mehr hinzugefügt werden kann. Eine neue innovative Möglichkeit zur Gestaltung ist das sogenannte GAP-Waben Effektpannel. Durch die Wabenstruktur ergeben sich je nach Betrachtungswinkel interessante optische Effekte. Bei einem Abstand ab etwa drei Meter lässt die Fassade eine nahezu ungehinderte Durchsicht von innen nach außen zu. Aus schrägem Winkel betrachtet, verschließt die feinwabige Struktur die Fassade oder fokussiert den Durchblick. Optische und kreative Fassadengestaltung mit bisher ungewohnten Möglichkeiten eröffnen sich, was vor allem den klassischen Bürofassadenkomplex revolutionieren könnte. Denn anstatt aufwändiger Kühlsysteme für Glasbürokomplexe im Sommer werden auf diesem Wege niedrigste Energiekennzahlen erreicht, wobei die aufwändigen Kühlsysteme vollständig entfallen.

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AutorInnen

Martin Aschauer

Martin Aschauer

Ich gehöre zu den Personen die von Anfang an dabei waren. In FM5 steckt nicht nur viel Zeit sondern auch ganz persönliches von mir. Im Moment habe ich mich ans Doktorat gemacht. Ich gehöre wohl zu den Personen, die nie Zeit haben...

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