Problem von Charities
Es gibt viele Clubs und auch viele Charity-Veranstaltungen. Manchmal werden sie gar dazu benutzt, um die Auslastung eines Hauses zu gewährleisten, sprich seine Grundkosten im Rahmen des Deckungsbeitrages hereinzuspielen und das Personal zu bezahlen.
Charity-Veranstaltungen verlieren aufgrund der Masse eben solcher Events ihre Credibility. Dem Kunden ist es, ich möchte fast meinen, zumeist egal, ob es sich um ein Event für gute Zwecke handelt. Den Konzertgeher interessiert heutzutage leider meistens nicht mehr, ob sich Leute in den Dienst der guten Sache stellen, auf ihre Gage verzichten oder nicht. Let us entertain you, as cheap as possible, das ist leider die Realität. Für den Konsumenten zählen viel zu oft nur der Headliner und der Preis.
Seitens der KünstlerInnen ist selbige Grundhaltung viel zu oft zu vernehmen: Die Frage, was haben wir davon drängt sich in Gesprächen mit KünstlerInnen immer wieder auf. Insbesonderes bei bekannteren Künstlergruppen stößt man rasch auf seine Grenzen. Machen wir eine Charity ist heute zu wenig! Der Enthusiasmus - Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel - ist dahin! Ohne schlüssiges Konzept macht heute kaum wer noch mit. Ja, selbst die Presse macht da keine Ausnahme: Auf manche Veranstaltungen geht man als VertreterIn der Presse ja vor allem wegen des Gesehen-Werdens hin, nicht weil es einem gefällt.
Social Club - Eutopia
EUTOPIA ist eine feine Internet-Plattform im Bereich der aktiven zeitgenössischen Kultur und der jungen bewegenden Kunst. Das Spektrum von Eutopia geht dabei von bildnerischer Kunst über Design und Film bis hin zur Musik. Eutopia ist - könnte man fast meinen - selbst ein Kunstwerk.
Diese Breite von Eutopia ist es, die sich eben im Konzept des Social Clubs wieder findet. So ist die Veranstaltung ein gelungenes Gesamtkunstwerk aus Malerei und Musik, das sich in den Dienst des Projekts Arbol der la esperanza gestellt hat. Der Social Club ist mehr als nur eine Ansammlung von Bands die hintereinander spielen. Die Symbiose aus Malerei, Film und Musik macht eben das wunderbar Schöne und Spannende aus. Ich persönlich fühlte mich sehr wohl, am Social Club. Kritik kann man immer üben, immer kann irgendwas verbessert werden. Das einzige was dem Social Club vielleicht noch fehlte, war Live-Literatur-Moderation a la Austrofred.
Line-Up
Insgesamt sechs Alternative-Acts standen für den guten Zweck auf der Bühne. Vor ihnen ein interessiertes Publikum. In der Nische daneben allerdings ein ungewöhnliches Bild (im wahrsten Sinne des Wortes): Bildende Künstler entleerten ihre Spraydosen, malten und schütteten Farbe auf die Leinwände.
Bevor ich zu den Kunstwerken der Leinwand schreibe, möchte ich noch einige subjektive Worte zu den MusikerInnen verlieren.
JUXTA:POSITION konnte nicht nur den größten Fankreis im Raum mobilisieren, obwohl sie das erste Mal in Wien gastiereten, die Sängerin Kerstin gehört wohl zu jenen Personen die den Faktor Energie gepachtet haben. Die ziemlich junge Truppe macht feine Musik, daran besteht kein Zweifel.
So subjektiv das auch sein mag: The Artists formerly known as FUNKALICIOUS heißen nun EXCUSE ME MOSES - die Songs aus der Major Single „Summer Sun“ vermochten zu überzeugen.
Zu Jellybeat haben wir uns auf fm5.at bereits oft genug geäußert. Gute Musik, gute Texte und eine wunderschöne Sängerin "unterstützt" von einer überaus lieben, professionellen Band.
Großen Dank gebührt natürlich auch Dirge und Smart Alec. Qualitativ hochwertig, nur angesichts der wenigen zu befüllenden Zeilen, unerwähnt bleibenden Bands.
Bilder die aus dem Moment entstehen:
Den 4 Main-Acts standen 4 KünstlerInnen gegenüber die, in den jeweils 40 Minuten Spielzeit, bewusste und unbewusste Eindrücke der Musik und Atmosphäre in sich aufnahmen und im Kontext ihres frei wählbaren künstlerischen Themas neu inszenierten. Somit entstanden vier unterschiedliche Arbeiten, die zum einen die persönliche Handschrift der KünstlerInnen besitzen und zum anderen Bezug nehmen auf die Musiker und ihre Live-Performance. Somit war jede Band während ihres Auftritts auch indirekt am Entstehen eines Bildes beteiligt.