2007-04-02 00:12:30
Eine Frage, mit der sich Erich Fromm im Buch "Die Kunst des Liebens" auseinander setzt.
Die Menschen hungern geradezu nach Liebe, aber kaum einer nimmt an, dass man etwas tun muss, wenn man lernen will zu lieben. Die meisten sehen das Problem der Liebe in erster Linie als das Problem selbst geliebt zu werden, statt zu lieben und lieben zu können.
Die Theorie der Liebe
Laut Fromm ist das tiefste Bedürfnis des Menschen aus dem Gefängnis seiner Einsamkeit zu entkommen und das Alleinsein zu überwinden – absolutes Scheitern führt zum Wahnsinn. Oberstes Ziel des Menschen ist es zu einer Einheit zu kommen. Er analysiert die Stadien der Liebe und theoretisiert die Arten, wie man zu dieser anvisierten Einheit kommt. Weiters unterteilt er die Objekte der Liebe: Nächstenliebe, mütterliche Liebe, erotische Liebe, Selbstliebe und die Liebe zu Gott und untersucht sie im philosophischen, psychologischen und geschichtlichen Sinn.
Die Liebe und ihr Verfall in der heutigen westlichen Gesellschaft
Die Vorstellung davon, was Liebe eigentlich ist, ändert sich immer mit der Zeit und der Gesellschaft. Was die Menschen unter "Liebe" in der jetzigen Form verstehen, ist laut Fromm sehr beunruhigend, denn kaum jemand erkennt noch den wahren Kern.
Liebe sei nur dann möglich, wenn sich zwei Menschen aus der Mitte ihrer Existenz heraus miteinander vereinen. Nur dieses Leben aus der Mitte ist die Basis für die Liebe.
Die Praxis der Liebe
In diesem Kapitel des Buches stellt Fromm die Frage, wie man die Kunst des Liebens in die Praxis umsetzen kann, und ob man überhaupt etwas über die Ausübung der Kunst lernen kann, außer indem man sie einfach ausübt.
Er kommt zu dem Schluss, dass jeder diese Erfahrung für sich selbst machen muss, schließlich gibt es kein Rezept für die Liebe. Man kann lediglich versuchen besser zu verstehen.
...„Lieben heißt, dass wir uns dem anderen ohne Garantie ausliefern, dass wir uns der geliebten Person ganz hingeben in der Hoffnung, dass unsere Liebe auch in ihr Liebe erwecken wird.“…
Zweifelsohne beinhaltet das Buch viele sehr schöne Ansichten über die Liebe und auch die Behauptung, man könne nur dann wirklich lieben, wenn man fähig ist, sich selbst zu lieben, ist eine für mich schlüssige. Ja, ich glaube Fromm sogar, dass man die Kunst des Liebens erlernen kann, nur die im Buch versprochenen Beweise für diese Theorie kann ich nicht wirklich finden. Auch kann ich mich mit vielen Thesen des guten Herrn Fromm überhaupt nicht anfreunden. So scheint es manchmal, als hätte er einen gewaltigen Mutterhass. Denn diese wird des Öfteren als narzisstisches Monster dargestellt, das nur Kinder zur Welt bringt um ihre Macht zu demonstrieren. Sie kann ihr Kind nur so lange lieben, wie es von ihr abhängig ist.
Ein Buch, mit dem ich nicht immer übereinstimme, von dem ich trotzdem nicht bereue es gelesen zu haben.
...Ich wollte immer eine Prinzessin sein, leider war nur mehr der Part der bösen Hexe frei....
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