2007-04-02 00:11:21
Sigur Rós schaffen es auf ihrem neuen Album „Takk…“ mit kindlich-naivem Charme endlose Melancholie zu verbreiten.
Island – ein Land, indem die Traditionen noch hochgehalten werden, die heißen Quellen aus dem Erdinneren ans Tageslicht sprudeln und die unendliche Einsamkeit die Seele der Menschen prägt, ist die Heimat der Band Sigur Rós (ausgesprochen hört sich das so an: http://files.sigur-ros.co.uk/mp3/sigur.mp3). Was die vier Isländer seit nunmehr elf Jahren beherzt von sich geben, ist mehr als nur Musik – die vier aus Reykjavik verbreiten auf ihren bisherigen Alben eine fast gespenstische Atmosphäre. Dieses „mehr an Musik“ verfremdet plötzlich alles um einem herum und aus dem Nirgendwo wird man von einer mysteriösen Geisterstimme zu einer Reise an einen von sphärischen Flächen umhüllten Ort aufgefordert. Auf diesen Trip lässt man sich gerne in bestimmten Situationen ein, die im Leben immer und immer wiederkehren. Die Rede ist von Momenten der Verzweiflung und der totalen Erschöpfung, die sich meist durch leere Lebensenergietanks äußern.

Die vier Schlüpfe von Sigur Rós
Die Melodie als Seelenbalsam
Takk… („Danke“) heißt nun das aktuelle Werk der vier Seelensurfer. Es schließt dort an, wo „( )“ im Jahre 2002 aufgehört hat. Auf eine großartige Neuerfindung oder bahnbrechende musikalische Veränderungen wird bewusst – und wie ich meine auch zu Recht – verzichtet. Denn Sigur Rós wäre ohne ihre schmachtenden Gitarren, opulenten Flächen und der ätherischen Kopfstimme nicht mehr das, was sie auszeichnet und einzigartig macht. Texte gibt es nicht oder zumindest weiß nur Sänger Jón Thor Birgisson, was er der Menschheit in eigens entwickelter Sprache (Hopelandish) mitteilt. Es sind wohl auf Papier gesammelt Emotionen die in Passion getränkt wurden.

Fotos: EMI
Sigur Rós verarbeiten mit grenzenlosen Hall-Gitarren, orchestralen Arrangements sowie dem ständigen Spiel zwischen der völligen Ruhe und dem lärmenden Ausbruch – der in einem geerdeten Gitarren-Riff zum Ausdruck gebracht wird – Licht und Schattenmomente des Lebens. Einzelne Töne vereinen sich zu sanften und schwebenden Melodien und transportieren dabei mehr Hoffnung und Gefühl als jedes Wort oder jegliche Phrase aussagen könnte. Ein rezeptpflichtiger Klangzauber.Takk!
"Takk..." ist bereits auf EMI erschienen.
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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