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musik

Shine On David Gilmour

2007-04-02 00:12:13

Der Gitarrist und Sänger der britischen Rocklegende beschwörte auf der Burg Clam den Geist der alten Pink Floyd herauf.

Ein Sommer der Musiklegenden. Nachdem erst kürzlich eine der größten und legendärsten Rockbands schlechthin, The Rolling Stones, mit ihrer Show im Wiener Ernst Happel Stadion beindruckte, fanden sich wenig später Größen wie The Who, Robert Plant, Roxy Music, Billy Idol und viele mehr zur Premiere des Lovely Days Festival in St.Pölten ein und bewiesen, dass sie musikalisch noch lange nicht ins musikalische Altersheim gehören. Und nun beehrte ein weiterer musikhistorischer Hochkaräter die Alpenrepublik. David Gilmour, seines Zeichens Gitarrist und Hauptstimme von Pink Floyd, machte mit seinem neuen Soloalbum „On An Island“ im Gepäck Halt in einer der schönsten heimischen Livelocations, der Burg Clam in Oberösterreich.

Die romantische Kulisse aus beleuchteter Burg und sternenklarem Himmel passte geradezu perfekt zu den stillen, sphärischen Klängen von „On An Island“, dem die erste Hälfte des Konzerts gewidmet war und dessen Musik von Kritikern irgendwo zwischen den Extremen „seichtes Gedudel“ und „das beste Pink Floyd Album seit 30 Jahren“ eingestuft wird. Das Publikum honorierte die neuen Songs mit eher zurückhaltender "Euphorie", die sich lediglich in sanftem Mitwippen äußerte. Diese Zurückhaltung hatte vor allem zwei driftige Gründe: erstens, die noch geringe Bekanntheit und teilweise Fadesse der Neukompositionen, und zweitens, die Vorfreude auf das, was noch folgen sollte - von den angekündigten drei Stunden Spielzeit sollten zwei ausschließlich mit Pink Floyd-Songs gefüllt sein.

 

Eine wundervolle Version von "Shine On You Crazy Diamond", bei der Gilmour den gesungenen Part des Songs alleine hinlegte, eröffnete nach der Pause Teil 2 des Konzerts. Und wie zu erwarten steigerte sich die Begeisterung der Besucher schlagartig von einem lauen Lüftchen zu einem Wirbelsturm. Wichtiger Teil der fabelhaften, u.a. aus Roxy Music Gitarrist Phil Manzanera bestehenden Liveband, ist übrigens Pink Floyd Mitbegründer Richard Wright - "a legend", wie Gilmour ihn vorstellte - der neben Keyboards und Soundeffekten auch die oftmals wichtige zweite Stimme beisteuert. Dave Gilmour selbst, der heuer seinen 60er feierte, verfügt immer noch über seine klare und unverbraucht klingende Stimme und war konditionell in bester Form. Womit er aber nach wie vor für allerhöchste Begeisterung und Gänsehaut sorgt, ist sein meisterliches Gitarrenspiel und der damit verbundene unverkennbare Pink Floyd-Sound.

 

Obwohl, vermutlich aus rechtlichen Gründen, keine Nummern gespielt wurden, die vom einstigen kreativen Pink Floyd-Mastermind Roger Waters alleine komponiert wurden, wie etwa die großen Hits "Money" oder "Another Brick in The Wall (Part 2)", ließ sich das gebotene Songspektrum nicht lumpen. Es erklangen Klassiker aus mehr als 3 Jahrzehnten Pink Floyd, wie etwa "High Hopes", "Wish You Were Here" oder das finale "Comfortably Numb", die mit einer atemberaubenden Licht- und Lasershow untermalt wurden.

Berührend auch die Hommage an den erst kürzlich verstorbenen Pink Floyd Mitbegründer Syd Barrett, dessen drogenbedingter Ausstieg aus der Band David Gilmour zu seinem Nachfolger werden ließ. Als Tribut für seinen alten Jugenfreund baute Gilmour den Barrett-Titel "Dark Globe" in einer intimen Akustikgitarren-Soloperformance und den von Barrett geschriebenen Floyd-Titel "Astronomy Domine" in die Setlist ein. Absolute Höhepunkte des Abends waren interessanterweise die Songs aus den Anfangsjahren der Band. Bei "Astronomy Domine", "Fat Old Sun" und der in voller Länge erklungenen Rocksynfonie "Echoes" klang die Band so pur und roh, wie sie vor etwa 30/35 Jahren geklungen haben muss - und dabei musste wohl so mancher Konzertbesucher eine nostalgische Träne verdrücken.

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