2007-04-02 00:10:50
Die in Vorarlberg lebende deutsche Musikerin Zeebee lässt auf ihrem neuen Album „Priorities“ an die herrlich schöne Symbiose von prickelnder Erotik und dazugehörigem Accessoire wie Autos und Alkohol glauben.
Freitagabend zu später Stunde in einem Nachtclub des Landes. Verspielte Regentropfen rinnen an der Fensterscheibe des Clubs herab. Der Mann an der Bar bedient das tanzwütige Publikum mit stark alkoholischen Getränken. Die Zeit des DJs ist abgelaufen, langsam dreht er seine Lautstärkeregler, um die Soundcollagen ruhiger werden zu lassen. Schließlich kehrt Ruhe ein. Bis auf die noch immer an dem filigranen Glas anklopfenden Regentropfen. Plötzlich stolziert eine auf Schönheit bedachte Diva in schwarzem engem Latexanzug auf die Bühne und singt mit ihrer subtil erotischen Stimme in ihr Mikrofon: „Good evening, ladies and gentlemen! I am Zeebee!“ Die Musik beginnt wieder zu ertönen und die Menge räkelt ihre leicht verschwitzten Körper in sämtliche Himmelsrichtungen. Zwei Stunden voller prickelnder Erotik, laszivem Charme und tanzbaren Beats erwartet das Publikum…
Sex im Auto
Foto: www.monkeymusic.at
Gedämpfte Trompetenklänge, schnelles Andocken der Sticks an den Becken, ein sich immer wieder öffnendes und schließendes Hi-Hat, geschlagene Bongos und wieder die feinen Trompeten. Die einsetzende charmante, die Gemüter stimulierende Stimme von Zeebee: „The sky was blue/my mum so told me/the temperature was rising/on the day I was arriving/mmm/I was born/ as a Zeebee…“. Wie selbstbewusst! So schildert die 1965 in Deutschland geborene, seit geraumer Zeit im “Ländle” wohnende Musikerin Zeebee im Eingangstrack auf ihrem neuen Album „Priorities“ den Zustand ihrer Geburt und der Außenwelt. Und macht auf ihre Art und Weise klar, in welche Richtung das Album – wenig überraschend – musikalisch geht: Sex, Alkohol, Autos. Die Lieder schrieb sie die letzten zwei bis drei Jahre, was bedeutet, dass einige Lieder (darunter „Cartoonboom“ und „“Sunny friend“) schon vorher, zum Beispiel im Radio, zu hören waren. Diese oft im Schaufenster der Größen des Pop-Geschäfts prangernde Dreifaltigkeit aus Autos, Sex und Alkohol wird auf diesem Werk (zu Recht!) bis aufs Letzte ausgelöffelt. Das Lied „Cartonboom“ enthält die Liebe Zeebees zu Autos: „I am in love with my car/got a feeling/for my automobile…“.
Sex am Sonntagmorgen
Schon auf ihrem letzten, mindestens genauso guten Album “Chemistry” (2004), machte Zeebee deutlich, dass sie im Bereich des Knieschmelzens zuhause ist. Ihre Lieder kommen nämlich immer auf dasselbe Ergebnis: Erotik. Erotik. Und noch einmal Erotik. Mit ihrer bezaubernden, alle Zuhörer in ihren Bann ziehenden, Stimme gelingt es ihr, alle um den Finger zu wickeln. Wer aber glaubt, nur mit dem Reinhören in eine ihrer CDs die Musik so auch schon inhaliert zu haben, dem seien Zeebees schummrige Bühnenauftritte mehr als empfohlen. Da tritt sie schon hin und wieder (oder immer?) in schwarzem Latexanzug auf und schwingt ihren Körper hin und her, und macht dabei Posen, wie sie in einem Porno-Film nicht besser nachgespielt werden könnten. „And as I rub my nipples and as I suck your fingers/I might as well just lick them/but most of all I like you“ singt sie bei “Sunday morning”, während eine trübe Soundcollage wie eine Wolke vorbeiweht.
Sex als Priorität
Auch auf dem neuen Album gelingt Zeebee, was vielen Sängerinnen – ob im In- oder Ausland – ganz deutlich fehlt: latenter musikalischer Charme. Auch in Bezug auf die Hintergrundbeschallungsklänge (auch als Beat bekannt) fehlt es hier nirgendwo, so zeigt es uns das Lied „Cards and signs“. Diese Beats hat Zeebee wohl vor allem dem Wiener Schlagzeuger und Soundmischer Gerhard Potuznik zu verdanken, ohne dessen geniale Ideen auch dieses Werk nicht so wäre, wie es ist: Erotisch bis zum Sex.
Das Album „Priorites“ ist auf Angelika Köhlermann Records (Vertrieb: Monkey Music) erschienen.
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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