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Sciene Fiction made in Austria

2008-07-27 12:36:12

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Aufschwung im österreichischen Film? Christian Frosch zeigt mit Weiße Lilien einen futuristischen Film ohne großartigen Tiefgang.

In Christian Froschs Weiße Lilien wird die Kulisse Alt-Erlaas zur Stadt der Zukunft. Zwischen rassistischen Kinderbanden und keifenden Hundebesitzern existiert ein eigenständiger Wohnkomplex, der sich von der Außenwelt abschirmt. Die Mieter der besseren Etagen sind bösartige Cyborgwesen, das Klima in der Stadt gespenstisch. Was nach einem Film im Stile diverser David Lynch Klassiker klingt, endet in einem trostlosen Monotoniespektakel.

Neustadt wirkt altbacken 

In der Stadt der Zukunft namens Neustadt wurde eine neue Spezies Mensch erschaffen. Abgeschirmt von der Außenwelt leben die Bewohner in ihrer eigenen Hemisphäre. Die Armen haben Kinder, die Reichen besitzen Hunde. Bücher sind verpönt in der Stadt, deren Gesellschaft sich selbst erhält. Hannah (Brigitte Hobmeier) hat Probleme mit ihrem Partner und findet in einer Kollegin (Walfriede Schmitt) eine Hilfe.

Durch den Selbstmord einer Hausbewohnerin wurde in einer der noblen Etagen eines Hochhauses eine Wohnung frei. Immer wieder betont Hannah, dass sie sich diese eigentlich nicht leisten könne. Die Etagennachbarn sind verhalten, die Golf spielenden Hundebesitzer halten zusammen. Hannahs Wohnung wirkt wie eine Mischung aus Mundl-Einrichtung und futuristischem Schnickschnack. An der Wand die 70er Jahre Tapete, der mit Gold verzierte Spiegel wird durch Zauberhand zum Plasma-Screen.

Wo bleibt der Tiefgang?

Nach und nach wird Hannah immer tiefer in die unheimlichen Windungen Neustadts gesogen. Der Einfluss der zuerst unscheinbaren Randfiguren steigt ins Unermessliche. Christian Frosch arbeitet mit verschiedenen technischen und dramaturgischen Mitteln, um den Zuseher in den Zustand der Angst zu versetzen. Leider verfehlen surrealistische Tagträume, der Einsatz von Jazzmusik an absurdesten Stellen und erstarrte Kameraeinstellungen ihre Wirkung.

Obwohl man das Ensemble von Weiße Lilien als durchwegs prominent bezeichnen kann –  neben Johanna Wokalek sind auch Erni Mangold und Gabriel Barilly ein Teil dessen - fehlt es dem Film doch an Tiefgang. Das Drehbuch weist dramaturgische Holprigkeiten auf, viele Geschehnisse werden nicht näher beleuchtet. Aus Hannah wird Anna (Johanna Wokalek), das Motiv ist nicht erkennbar.

Die weißen Lilien, von denen das Blut der Selbstmörderin zu Beginn des Filmes abperlt, werden immer wieder motivationslos in Szene gesetzt, um später als Transportmittel für die erlösende Waffe eingesetzt zu werden. Soll Weiße Lilien die österreichische Antwort auf David Lynch sein? Wenn ja, bleibt nur zu hoffen, dass der Altmeister diesen Teil der österreichischen Filmgeschichte nicht zu Gesicht bekommt.


Filmstart in Österreich: 29. August 2008

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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