2008-09-13 14:56:57
Guten Tag, Zöllner mein Name, Sebastian Zöllner. Sie kennen mich. Daniel Kehlmann hat ein Buch über mich geschrieben: Ich (das bin ich) und Kaminski. Aber ich schreibe auch selbst, ein bisschen. Eine Kritik, aber nennen sie mich bitte nicht Kritiker.
Wissen Sie, Kritiker werden so selten bewundert. Es haftet ihnen ein schlechter Ruf an. Weiß nicht woran das liegt. Ich würde mich ja eher einen Beobachter nennen. Naja, das ist vielleicht zu passiv. Ich meine, ich nehme mich da kein bisschen zurück, wenn ich so beobachte. Ich bin da schon lieber mittendrin, als nur dabei.
Die Vernissage gestern, die war übrigens köstlich. Der Künstler, Alonzo Quil…, jedenfalls der Prosecco war ausgezeichnet und die, was war das nochmals? Also die Käseplatte, die auch. Ich hab' mich super wohl gefühlt. Ich war ja sozusagen der Star des Abends. Wissen Sie, nach der Vernissage sind wir gleich alle zusammen hoch ins Theater gegangen.
Die vom Salon5 haben da einfach meine Geschichte erzählt. Aber nicht irgendwie, nein. Märchenstunde für Erwachsene und da werden Sie sich anschauen, was die alles für Krempel in Bewegung gesetzt haben, nur für mich! Seinesgleichen sucht das. Also da bin ich schon ein bisschen stolz auch. Was heißt ein bisschen, richtig stolz bin ich auf mich und die Inszenierung. Zurecht.
Ich meine, die haben es sich nicht nehmen lassen, mich da ein bisschen..., also gut weggekommen bin ich jedenfalls nicht. Rein objektiv betrachtet. Wissen Sie, wie wurscht mir das ist? Die Leute haben geklatscht und geklatscht und dann beim Dinieren und Sinnieren hinterher ... Wissen Sie eigentlich wie die Leute auf eine grenzwertige Gestalt wie mich abfahren? Die lieben mich, weil ich ein ziemliches Arschloch bin. Ist doch super! Ich liebe die nämlich auch. Warum sollte ich mich also ändern?
Der Abend gestern lief so gut für mich, dass die nach der dritten Flasche Wein gleich einen Vertrag unterzeichnet haben. Die sind jetzt dazu verpflichtet, mich noch am 16., 17., 20., 21., 22., 25., 26. und 27. September und am 2., 4., 10. und 11. Oktober zu spielen. Ist doch großartig, dann erfahren Sie auch ein bisschen mehr über mein letztes Projekt. Kaminski, ich sage Ihnen…
Ich und Kaminski nach dem Roman von Daniel Kehlmann
Inszenierung: Anna Maria Krassnigg
mit
Daniel Frantisek Kamen (der spielt mich! Ausgezeichnet wie ich finde) Isabella Wolf (einmal als Kaminski, einmal als dessen Tochter, großartig!)
Jens Ole Schmieder (in erfrischenden „Nebenrollen“)
sowie
Miguel Herz-Kestranek
Markus Kupferblum
Erni Mangold
Ernst Stankovski
Otto Tausig
Maria Urban
Eduard Wildner
sad french lion pantomime
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