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SKE

2007-04-02 00:10:12

Die SKE (soziale und kulturelle Einrichtungen der austro-mechana) ist ein Verein, der sich die Förderung von zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten, Veranstaltern, Kleinlabels und Organisationen auf die Fahnen geschrieben hat. FM5 wollte erfahren, wie und was gefördert wird und war zu Gast.

fm5: Ist der SKE bewusst, dass sie bei jungen Künstlern überhaupt keinen Bekanntheitsgrad hat?

SKE: Die SKE will bekannt sein. Seit mindestens vier, fünf Jahren haben wir mit Webseiten und anderen Mitteln intensiv versucht, die jungen Leute zu erreichen. Wir sind uns natürlich bewusst, dass wir teilweise nicht sehr bekannt sind, deshalb wollen wir alles dran setzen, um das zu ändern. Deshalb wird auch sehr viel Propaganda gemacht. Hier arbeiten 2 Personen, mit 50h in der Woche und das muss reichen, denn bei uns heißt es immer sparen. Die Förderungen müssen auf den Produkten wie CDs, Flyern und Webseiten draufstehen. Nicht aus Eitelkeit, sondern um uns bekannter zu machen. Ich hoffe, dass das immer besser funktionieren wird. Heuer gibt es ja schon doppelt so viele Anträge nur für Kunst und Kulturprojekte, das finde ich gut.

fm5: Wie sind die Beziehungen zwischen der AKM, der Austromechana und der SKE?

SKE: Das sind getrennte Aufgabengebiete, wobei es gemeinsame Hardware gibt. Ich kann euch nicht sagen, warum es in Österreich zwei Verwertungsgesellschaften gibt. Die Austromechana gibt es seit dem 2. Weltkrieg, und der Name soll darauf hinweisen, dass alles, was irgendwie mechanisch ist, bei der Austromechana mit den Urheberrechten berechnet wird, alles was mit Live-Auftritten zu tun hat bei der AKM. Die Künstler haben dadurch natürlich einen Vorteil, weil sie dadurch mehr bekommen, was wiederum die Wirtschaft aufregt.

Die zwei Gesellschaften sind sogar im selben Haus, benutzen dieselben Büros. Es gibt nur eine riesige Komponisten- und Werkedatenbank und auch nur eine Dokumentationsabteilung, wo alle Titel eingegeben werden müssen. Wann immer ein Titel aufscheint, wird er abgerechnet, deshalb muss man jederzeit auf diese Daten zugreifen können.

Es gibt in Österreich eine Leerkassettenvergütung. Wenn jemand etwas auf eine Kassette kopiert, bekommt derjenige Geld, der das erfunden hat. Das gilt für Video und Audio, für die Interpreten und Produzenten. Ausschließlich aus dieser Leerkassettenvergütung beziehen wir unsere finanziellen Mittel, die dann unter allen, die einen Anspruch haben, verteilt werden.

fm5: Bei der SKE gibt es Sozialversicherungszuschüsse für Künstler, was ist das genau?

SKE: Es gibt zwei Hälften, eine soziale Idee und eine Kost- und Kulturidee. Es gibt Notfälle, wenn z.B. ein Instrument gestohlen wird oder jemand operieren muss und dadurch Konzerte absagen muss. Es gibt aber auch Zuschüsse zu Versicherungen. Seit 2001 sind alle Künstler Selbstständige. Und dadurch auch versicherungspflichtig, für diese Versicherungen gibt er Zuschüsse. Früher gab es für Komponisten keine Chance auf eine Pension, sie verdienen aber generell im Alter weniger. Diese Leute können dann so eine art Pension bekommen.

fm5: Ihr unterstützt ja Kampagnen gegen Musikraubkopien, so 10.000 Euro gebt ihr dafür aus. In welcher Form - durch Flyer, Werbekampagnen?

SKE: Niemals 10.000 Euro, nur so 2.000 oder 3.000 Euro, Flyer und Werbekampagnen überhaupt nicht, es geht eher um Musterklagen, um die Frage, wer was darf und wer nicht, denn das ist aus dem Gesetz nicht immer klar ablesbar. Man muss eine Rechtssprechung entwickeln, und das kann nur eine Urheberrechtsgesellschaft machen, die sagt, wir brauchen einen Rechtsanwalt.

Die, die Tantiemen bekommen, wollen, dass es abgerechnet wird, die anderen empfinden das nur als Behinderung. Wenn man erst am Anfang seiner Karriere steht, ist es oft schwer, so viel Geld zu haben. Für Erfolgreichere ist das kein Problem. Man muss sich ab einem bestimmen Alter, das so um die 30 liegt, entscheiden, ob man davon leben will, das ist der Schritt der Professionalisierung.

fm5: Habt ihr speziell auf Jungendliche ausgerichtete Förderungen ?

SKE: Es gibt Begrifflichkeiten wie z.B. Fort- und Weiterbildung, künstlerische Qualität und Innovation, Nutzung innovativer Techniken, diese zählen sehr stark bei jungen und neuen Produktionen. Es gibt aber keine Altersvorgaben und Grenzen.

fm5: Es gibt bei euch auch Förderstipendien, wer bekommt so etwas?

SKE: Da gibt es eine O- und eine E-Gruppe, die aber immer mehr verschmelzen. O steht für Pop und E für die zeitgenössische, ernsthafte Musik

fm5: Beschreibe die SKE in 3 Sätzen.

SKE: Ein Satz genügt. Die SKE ist ein Komponistenförderfonds der Austromechana.

fm5: Vielen Dank für das Gespräch!

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AutorInnen

Martin Aschauer

Martin Aschauer

Ich gehöre zu den Personen die von Anfang an dabei waren. In FM5 steckt nicht nur viel Zeit sondern auch ganz persönliches von mir. Im Moment habe ich mich ans Doktorat gemacht. Ich gehöre wohl zu den Personen, die nie Zeit haben...

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