2010-09-06 14:22:32
Der zweite Teil der Body Talk-Trilogie ist nun Anfang September, drei Monate nach seinem Vorgänger, erschienen. Und auch wenn nur geringe Unterschiede zu vermerken sind, die Highlights auf Body Takl Pt. 2 machen diesen Umstand wieder wett.
Man kommt nun mal leider nicht drum herum die beiden Alben Body Talk Pt. 1 und 2 gegenüber zu stellen. Auch wenn einem dadurch die Erkenntnis überkommt, dass beim ersten Durchhören des zweiten Werkes vieles gleich klingt. Doch mit der Zeit und etwas Aufmerksamkeit beginnt Robyns geniale Ader auch bei den voreiligsten Hörern zu fruchten.
Gleich und Gleich gesellt sich gern
Natürlich versteht sich jeder Teil einer Trilogie als Fortsetzung des Vorangegangenen. In manchen Fällen wäre es aber durchaus verzichtbar gewesen: "Hang with me", das auf Body Talk Pt. 1 als Akustikversion erschienen ist, kann nun als „Original“ auf dem zweiten Teil begutachtet werden und enttäuscht in dieser Version etwas. Die Vermutung liegt nahe, dass die Vocals für diesen Song erst gar nicht neu aufgenommen, sondern nur mit schneller elektronischer Musik abgemischt wurden. Und zu allem Überfluss findet sich mit "Indestructible" auf Part 2 wieder eine akustische Version. Was dann auf dem dritten Teil zu hören sein wird, lässt sich leicht erahnen.
Auch wenn jeder einzelne Song in seiner Form ein Unikat darstellt, man neigt dazu weitere Ähnlichkeiten zum ersten Album zu suchen und für sich auszumachen. "Include me out" und "In my Eyes" setzen kaum unterscheidbare Akzente und das leicht Trance-lastige "We dance to the Beat" sorgt zwar für die dringend benötigte Abwechslung auf der Platte, verführt aber im Grunde kaum zum Tanzen an sich – ähnlich dem "Don’t fucking tell me what to do" auf dem Vorgängeralbum.
Die Gelben vom Ei
Und es gibt sie doch: die Highlights einer jeden Platte - und was für welche. "Love Kills" und "Criminal Intent" dürfen definitiv dazu gezählt werden. Eingängig und abwechslungsreich winden sie sich in die Gehörgänge; unterlegt mit prägnanten, aber nie aufdringlich wirkenden Beatarrangements, welche die Songs wunderbar komplettieren– jeden auf seine eigene Art und Weise.
Das Featuring auf dem aktuellen Album übernimmt Snoop Dogg (zur Erinnerung: auf Body Talk Pt. 1 waren es Röyksopp). Der Genre-Clash mit dem altbekannten Meister des Hip Hops verträgt sich nur allzu gut mit Robyns Gespür für elektronische Untermalung und verschmilzt im Hit verdächtigen "You should know better", das bereits in den heimischen Radios zu hören ist.
Fazit: Die Thematik auf Body Talk Pt. 2 dreht sich Großteils wieder um Liebe und Lebensgefühle. Robyn tritt dieses Mal aber wesentlich selbstbewusster auf, auch ihre „durty“ Seite kommt dabei zum Vorschein. Im Grunde aber wäre ein Album mit zehn bis zwölf Songs vollkommen ausreichend, auf denen die Highlights von Body Talk Pt. 1 und 2 gesampelt erscheinen. Die Akustikversionen sind von der Idee her recht nett umgesetzt, aber auch verzichtbar bzw. wäre mit einer entweder-oder-Version die Zufriedenheit ebenfalls gestillt.
Dennoch darf mit Spannung der letzte Teil der Alben-Trilogie erwartet werden; stehen doch so einige Fragen im Raum, die den Kitzel und die Vorfreude auf Body Talk Pt. 3 ausmachen. Immerhin – die Latte liegt enorm hoch.
VerhaltensUNgestörtes Einzelkind, Belegerin diverser Massenstudien mit großem Faible für Alltagseskapismus mittels Ton und Schrift.
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