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musik

Razorlight 2

2007-04-02 00:12:18

Zwei Jahre nach ihrem aufsehen erregenden Debütalbum erschien nun dieser Tage das Nachfolgewerk mit dem einfallslos-schlichten Titel „Razorlight“. Schlicht, aber alles andere als einfallslos präsentieren sich die Songs darauf.

Zwei Jahre nach ihrem aufsehen erregenden Debütalbum erschien nun dieser Tage das Nachfolgewerk mit dem einfallslos-schlichten Titel „Razorlight“. Schlicht, aber alles andere als einfallslos präsentieren sich die Songs darauf.
 
Das Album beginnt und endet jeweils mit einem trockenen Drumbeat, und was sich in den rund 40 Minuten dazwischen befindet, kann sich wahrlich hören lassen, denn in ihren jungen Jahren klingen die Jungs vom Songwriting her bereits wie alte Hasen. Wobei wir uns, gerade wenn´s um den kreativen Output geht, vor allem auf einen Mann konzentrieren müssen: Johnny Borrell, Songschreiber, Sänger und Gitarrist von Razorlight. Seine stets in den Vordergrund gemischte Stimme ist der klare Hauptdarsteller des Albums, was, hat man ihrer mal gelauscht, nicht weiter verwundert.
 
Johnny Borrell
 
Die sehr klassisch und zeitlos klingenden Songs basieren meist nur auf wenigen Akkorden und erscheinen dadurch unaufregend simpel (z.B. „Who Needs Love“ oder „America“). Aber vermutlich macht gerade das die Stärke der Razorlight-Kompositionen aus. Mal hört man ein wenig Talking Heads heraus, wie etwa beim grandiosen Opener „In The Morning“, mal ein wenig Paul Weller oder Crowded House. Was aber vor allem auffällt: fast jeder Song hat das Zeug zum Hit und lädt unmittelbar zum Mitsingen ein. „Pop Song 2006“ - vom Titel her an R.E.M.´s „Pop Song 89“, stilistisch an U2 angelehnt - bringt es auf den Punkt. Das einzige „Manko“ dieses nahezu perfekten Popalbums mag vielleicht sein, dass man gerade von einer so jungen Band etwas mehr Kanten oder unerwartete Wendungen inmitten der relativ konventionell und brav arrangierten Nummern erwarten könnte. Da kommt etwa der kurze eruptive Trommel-Wirbel von Drummer Andy Burrows, der als einziger auch am Songwriting beteiligt ist, am Ende von „Before I Fall Into Pieces“ sehr gelegen.

In der hübschen Akustikgitarren-Nummer „Kirby´s House“ zitiert Borrell nicht nur Crowded House, sondern auch sich selbst, indem er die Refrainzeilen von „In The Morning“ einfließen lässt. Eine formale Raffinesse, wie sie etwa Poplegende Sting bei einigen seiner Solo- und The Police-Nummern gerne praktizierte. Und wenn wir schon bei The Police sind, „Back To The Start“ ist da stilistisch nicht allzu weit entfernt. Man sieht und hört, Johnny Borrell orientiert sich ausschließlich an höchst erfolgreichen Pop- und Rockgrößen. Und das Resultat zeigt, dass es sich bezahlt macht. In Großbritannien hat „Razorlight“ bereits Platinstatus erreicht. Ob Album Nummer 3 das noch übertreffen kann? Lassen wir uns überraschen.

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