„Wie ein Roman von John Grisham nur ohne Spionage.“ Jason Reitmans erster Spielfilm "Thank you for Smoking" ist eine brisante Komödie mit einer ernsten Thematik.
Frei nach diesem Motto arbeitet Nick Naylor als Lobbyist für „Big Tobacco“, der Lobby der amerikanischen Zigarettenindustrie. Seine Aufgabe besteht darin Zigaretten als unschädlich zu verkaufen. Zwischen langzeitigem Rauchen und Erkrankungen wie Lungenkrebs bestehe kein Zusammenhang. Bekräftigt wird dieses Argument auch dadurch, dass Big Tobacco’s Wissenschaftler, die rund um die Uhr die Schädlichkeit von Zigaretten zu beweisen versuchen, zufälligerweise keine derartigen Forschungsergebnisse erzielen. Die Zigarettenindustrie ist mit allen Wassern gewaschen und ihr größter Sprecher ist Nick Naylor (Aaron Eckhart). In seinem Job ist er einmalig. Sogar krebskranke Jugendliche, die an den Folgen ihrer Zigarettensucht sterben werden, bringt er auf seine Seite. Rauchen ist nun einmal cool. Und das sollten alle wissen.
Karriere und Privates
Die meiste Zeit seines Lebens verbringt Nick Naylor mit seiner Arbeit. Viele Freunde hat er nicht. Um genau zu sein, sind es genau zwei. Und die arbeiten für die Alkohol- und Waffenindustrie. Jede Woche sitzen sie beisammen, besprechen die Lage und streiten sich darum, wodurch mehr Menschen ums Leben kommen: Zigaretten, Alkohol oder Waffen?
Vater und Sohn
Einen Ruhepol in seinem wilden Leben findet Nick Naylor in seinem Sohn Joey (Cameron Bright), der zu seinem Vater aufsieht und stolz auf dessen Fähigkeiten ist. Er begleitet ihn auf seinen Reisen, sieht ihm bei der Arbeit zu, eifert ihm nach und stellt immer wieder Fragen, die sogar den nie um eine Antwort verlegenen Mr. Naylor zum Nachdenken bringen.
Beruf mit Folgen
Alles scheint gut zu laufen für den großen Lobbyisten. Doch natürlich kommt es anders. Jemand, der das Hollywood-Kino für seine Promotion benutzt, dafür kämpft, dass Jugendliche rauchen und den Marlboro Man besticht, damit dieser seinen Lungenkrebs geheim hält, ist in der Öffentlichkeit verhasst und unbeliebt. Es kommt, was kommen muss. Eine Morddrohung, die fast in die Tat umgesetzt wird und ein enthüllender Zeitungsartikel von der attraktiven Journalistin Heather Holloway (Katie Holmes), der alle seine Geheimnisse preisgibt.
Das Ende
Das Ende ist zwar nicht unbedingt überraschend, dafür aber sehr gut gewählt. Nick Naylors Geschichte endet wie sie enden soll. Nicht wie im richtigen Leben, aber zum Nachdenken anregend. Naylor kommt zur Besinnung und tut das Richtige im richtigen Moment. Schuld daran ist vor allem, wie könnte es anders sein, Joey, sein Sohn.
Zusammenfassend ist zu sagen…
Viel Humor, Offenheit, Ironie und ein Schuss Sarkasmus. Das ist wohl das Rezept dieser Komödie, das Regisseur Jason Reitman nicht hätte passender zusammenstellen können. Er behandelt ein ernstes Thema und verteilt dabei auch noch immer wieder kleine Seitenhiebe an die Amerikaner und ihr großes Ego.
„Thank you for Smoking“ ist eine sehenswerte Komödie über eine Thematik, die heutzutage immer interessanter wird. Doch hinter der Zigaretten-Frage verbirgt sich einiges mehr. Ein Kampf zwischen Lüge und Wahrheit, ein Kampf um Geld, Macht, Liebe und Zuneigung beherrscht den gesamten Film. Ein Grund mehr, sich die Zeit für einen Besuch im Kino zu nehmen. Die Originalversion ist besonders empfehlenswert und auch für die weniger begabten Englisch-Talente leicht zu verstehen.