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Qui qu’a vu Coco?

2009-08-09 12:55:05

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Das Leben von Gabriel Chanel vor Coco, wird von Anne Fontaine in Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft thematisiert.

Es ist ein langer Weg vom Waisenhaus zum Modeimperium. Anne Fontaine beschäftigt sich mit der Biografie der jungen Coco Chanel, als sie noch Gabriel hieß. Von ihrem Vater keines Blickes gewürdigt, in die Obhut von Klosterschwestern gegeben, musste sie sich als Näherin und Varietésängerin über Wasser halten.

Coco before Chanel

Es ist Audrey Tautou, die das modische Nationalheiligtum Frankreichs verkörpert. Mit einer langen schwarzen Perücke und in Herrenkleidung gehüllt – man könnte es schon fast eine Hosenrolle nennen – wird sie zur aufstrebenden Vorläuferin einer nicht nur modischen Emanzipation. Dennoch fehlt es nicht an willigen Männern.

Fontaine zeigt in Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft Episoden aus Chanels Leben, die ihre Wege nicht immer an die breite Öffentlichkeit gefunden haben. Das sonntägliche Warten auf den Vater vor dem Waisenhaus, wird fünfzehn Jahre später von den abendlichen Auftritten mit Schwester Adrienne (Marie Gillain) abgelöst. Gabriele ist eine der wenigen jungen Frauen, die ihren Körper nicht für einen Schluck Champagner hergeben. Bis Adrienne beschließt zu heiraten und der reiche Adelsanarchist Etienne Balsan (Benoît Poelvoorde) zum Ausweg aus der ländlichen Tristesse wird.

Gabriele wird als Balsans Mätresse in die Belle Époque eingeführt und erhält den von dem Schlager Qui qu’a vu Coco? abgeleiteten Beinamen Coco. Sie lernt reiten – abseits des lästigen Damensattels -, macht Bekanntschaft mit der verabscheuten Aristokratie, bekommt die Möglichkeit, trotz ihrer Herkunft ein Teil dieser zu werden. Doch Coco emanzipiert sich zusehends, lernt den Neureichen Arthur „Boy“ Chapel (Alessandro Nivola) kennen und besinnt sich, dass die Frau endlich von Korsett und Rüschen befreit werden muss.

Fern ab von Haute Couture

In Anne Fontaines Coco Chanel- Der Beginn einer Leidenschaft dominieren nicht ausgefallene Kostüme, sondern ihre Protagonistin Audrey Tautou. Sie wird zum Mittelpunkt einer jeden Szene, als wäre diese um sie aufgebaut worden. Der strenge Blick, die gerade Haltung zeichnen geradezu die Authentizität zwischen Figur und Realität.

„Insgeheim hoffte ich darauf, dass man mir ein Angebot machen würde, das sich durch einen speziellen Standpunkt auszeichnete, denn die Modernität dieser Figur – ihr Geist und die Position, die sie den Frauen gab – fasziniert mich.“ (Audrey Tautou)

Nicht nur Tautou, sondern auch ihre männlichen Gegenspieler überzeugen in Fontaines Charakterstudie. Poelvoorde und Nivola liefern sich ein versteckt bissig inszeniertes Spiel um eine Frau, die eigentlich keiner der beiden, seinem Stand entsprechend, bekommen sollte. Rührend wird, es als Poelvoorde ein letztes Mal seine Coco zum Bleiben überreden möchte, er würde das Geld schon verdienen und sie könne daheim nebenher ihre beliebten Hüte produzieren. Doch Chanel blieb lieber unabhängig und wurde zur Ikone der modischen Emanzipation.

 

Filmstart in Österreich am 13.8.2009

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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