2007-04-02 00:11:09
Was haben Bertolt Brecht und die „Dresden Dolls“ gemeinsam? Auf den ersten Blick weder die Herkunft, noch den Schreibstil – doch die Parallelen werden am Sonntag im Flex klarer, wenn die „Dresden Dolls“ ihr „Brechtpunk-Cabaret“ präsentieren.
Puppen, die nie kaputt gehen
Bertolt Brecht – ein Name, hinter dem sich ein großer Autor verbirgt, der einst das epische Theater schuf, in dem Verfremdungstechniken benutzt werden, damit sich das Publikum nicht mit den Charakteren identifiziert, sondern selbst zum kritischen Mitdenken angeregt wird.
„Dresden Dolls“ – ein Name, der an ein schweres Bombenattentat im 2. Weltkrieg und zugleich an fragile, feminine Puppen erinnert. Die Lieder des Bostoner Duos ähneln denen von Kurt Weill – der einst Brechts „Dreigroschenoper“ vertonte - vermischt mit der treibenden Energie des Rock ’n’ Rolls von Patti Smith, Nick Cave und The Violent Femmes.
Die Band besteht aus der Komponistin und Texterin Amanda Palmer, die zu dröhnenden Pianoklängen mit ihrer klaren, ausdrucksstarken Stimme beeindruckt, und dem Gitarristen und Schlagzeuger Brian Viglione. Die Beiden trafen sich in der Halloweennacht 2000, als Fräulein Palmer ein Solokonzert auf einer Party in Boston gab. Sie wussten, dass sie miteinander ihre künstlerischen Ideen ausleben könnten und begannen in der Bostoner Kunstszene, wo Palmer schon tief verankert war, Konzerte zu spielen. Nicht nur die schräge Musik, sondern auch die eigenartige Bühnenshow zogen viel Publikum an, weshalb sie sich bald in der Bostoner Musikszene etablierten.

Kommen Ringelstrümpfe wieder in Mode?
Ihr mit „The Dresden Dolls“ betiteltes Debütalbum brodelt dahin und explodiert – das kann auch schon einmal in einem Song passieren. Amanda Palmer singt von der Kompliziertheit der Menschen, von der Sehnsucht nach Liebe, von Resignation. Ihre Lieder sind sehr komplex und zeichnen sich durch intelligente Wortspiele und fesselnde Melodien aus. Auf der Bühne wird das in improvisierten Kostümen präsentiert. Da Palmer und Viglione gut miteinander harmonieren fließt die Musik mit Spontanität und Leichtigkeit, aber auch mit angestrengter Präzision aus ihren Körpern.
Das Leben der „Dolls“ ist nicht unanstrengend: Sie tourten schon drei Mal durch Amerika, einmal mit Palmers wichtigsten musikalischem Einfluss, Edward Ka-Spel von The Legendary Pink Dots, und zweimal mit der Band „Sleepytime Gorilla Museum“, die ebenfalls für ihre psycho-theatralische Bühnenshow bekannt ist. Nun sind sie auf Europatour – sehr zur Freude von Palmer, die in Deutschland studierte.
Dresden Dolls Live:
Am Sonntag, den 27. Februar 2005, wird das Duo auf der Bühne im Flex stehen und unter anderem folgende Textzeile exzentrisch zum Besten geben:
„Coin operated boy, sitting on the shelf, he is just a toy, but I turn him on, and he comes to life, automatic joy, that is why I want a, coin-operated boy, made of plastic and elastic, he is rugged and long-lasting, who could ever, ever ask for more, love without complications galore."
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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