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Portugal. The Man - Censored Colors

2008-09-28 11:13:58

  • The man Portugal. Censored Colors
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  • The man Portugal. Censored Colors

Die großen Jungs aus Alaska sind wieder da und haben noch immer keine Bedenken ihre Einflüsse wild durcheinander zu wirbeln. 'Censored Colors' erstrahlt in ganzer Farbenpracht.

Die ausgesprochen freundlichen Herren von Portugal. The Man treten mit ihrem dritten Album eine tonale Reise zu ihren Wurzeln an. Dabei klopfen sie nicht einfach leere Sprüche, sondern gehen mit einem richtigen Konzept zu Werke. Oder zwei, denn Censored Colors ist ein geteiltes Album mit zwei Welten, die in friedlicher Koexistenz funktionieren. Die ersten sechs Songs vertonen die Wurzeln der Band, die restlichen so etwas wie den zukünftig einzuschlagenden Weg. Dabei sind beide Seiten weniger auf den Punkt gebracht, als beim fabelhaften letzten Album Church Mouth.

Auf die alten Zeiten

Zentrales Thema also? Vergangenes und Zukünftiges, durch die Intermission passend voneinander getrennt. P. TM switchen wie es ihnen beliebt von Epoche zu Epoche und kleiden ihre Songs je nach Dekade treffend ein. Die Kramkiste hat viel zu bieten: Bunte grelle Kleidung, aber auch samtig weiche. Die Songs fließen mit ihren vielen Chören und den  Beatles-Harmonien nur so ineinander über.
Schon der fabelhafte Opener Lay Me Back Down, der mit ähnlicher Melodie wie Knights Of Cydonia von Muse beginnt, lässt deine Knie weich werden und lullt dich mit zuckersüßem Refrain sofort ein. Auch die orientalische Seite von Kula Shaker schaut vorbei, winkt, verschwindet dann wieder. Gospelartig geht Colors weiter, harmonisch gerät das vom Sixties-Soul beeinflusse And I, wo die Gitarre wieder kratzen darf. Salt ist schmeichelnder Wohlklang, schwerelos & entspannt, ja geradezu hippiesk und mit keckem Gitarren-Twang. Created erinnert an Beck zur Zeit von Sea Change und tummelt sich im Singer/Songwritergefilde.

Unentschlossen oder vielseitig?


Obwohl zweifelsohne viel passiert, wünscht man sich, dass die ruppige Seite der Band hier und da wieder an die Oberfläche gelangt. Out And In And In And Out bleibt etwa die ganze Zeit bei leichter Federführung samt Backgroundunterstützung, ohne aus dem akustischen Korsett auszubrechen. Die Songs sind zudem recht ähnlich gestrickt. Instant Ohrwürmer wie Sugar Cinnamon, Stables & Chairs oder Dawn sind seltener geworden.

Respect is what it's all about

Censored Colors ist Musik mit der man sich zudecken möchte. Liebevoll, schillernd und exotisch ist diese vorgetragen. Man kann sich fallen lassen, denn man wird warm und sicher aufgefangen.
Um Schubladen kümmert sich das Album dabei nicht. Noch immer schlagen P. TM einen sehr weiten Bogen, zu den 70ern und The Doors, zu Led Zeppelin und Black Sabbath, zu Soul, Blues und Gospel. Eine schwülwarme Aura, mit Philly-Soul und Indiecharakter, zwischen Rock, Pop, Prog und Folk ist alles vorhanden. Kunterbunt, wuselig, weniger laut, mehr leise, und verspielt ist das alles, nur hip ist es vielleicht nicht.

Detailreich, aber nicht allzu schnell sättigend, ist Cencored Colors geworden. Harmonisch und verspielt, und auch deutlich ruhiger als gedacht.
Anfangs wirkt das Album undurchdringlich, entwickelt aber schnell eine kuschelige Atmosphäre. Bei aller Experimentierfreude wäre mehr Rock trotzdem wünschenswert gewesen.

Auf ihren bisherigen Veröffentlichungen haben Portugal. The Man wunderschöne Irrgärten gepflanzt, mit vielen Wegen zum Ziel, die dem Ganzen einen neuen Schmiss geben konnten. In der Form ist das nun vorbei.
So bleibt es bei einem farbenfroh verschnürten Patchwork-Packet mit nicht ganz optimalen Inhalt.
P. TM sind eine Band, wie aus einer längst vergangen Zeit. Wie ein Relikt aus früheren Tagen. Trotzdem: Sie bleiben besonders.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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