Wer hat sich nicht schon mal die Frage gestellt, warum Elvis the King of Rock’n’Roll ausgerechnet „Muss I denn“ vertont hat?
Wer hat sich nicht schon mal die Frage gestellt, warum Elvis the King of Rock’n’Roll ausgerechnet „Muss I denn“ vertont hat oder warum Andrew Eldritch der Sänger von Sisters of Mercy nach Hamburg zog? Diese und viele andere Fragen beantwortet Stefan Maelck in seinem Roman „Pop essen Mauer auf“, in dem er einen Musikjournalisten die Geschichte der Populärmusik neu schreiben lässt.
Bauer’s Mission
„Sex, Drugs & Rock’n’Roll“ - Sinnbild des freien Westens - haben es Maelck’s Hauptfigur Ludger Bauer angetan. Der Musikjournalist aus dem ehemaligen Osten, der die Großen des Business interviewt hat, ist versessen darauf die so genannte Hartholz-Akte in die Finger zu kriegen. Als ihm ein Altrocker Teile des Dokuments anbietet, greift er sofort zu und seine wilde Reise in die Vergangenheit beginnt.
Born in the DDR
Die geheimen Stasi-Papiere stecken voller Überraschungen, sie outen Elvis Presley als die umoperierte Ex-Geliebte Honeckers Elvira Prassler, Peter Maffay als jugendlichen Don Juan, den in seiner eigentlichen Heimat Rumänien die Todesstrafe erwartet hätte, und Honecker selbst als den Paten des Punk. Bauers Interesse jedoch gilt zunehmend der Figur, die im Zentrum all dieser Aktivitäten zu sein scheint – ein Mann namens Duttweiler.
„Wenn Duttweiler, der Architekt des Pop, am Leben war, dann konnte er unmöglich seine Arbeit eingestellt haben. Ein Mann, der die englische Band Yes dazu gebracht hatte ‚Ich bin ein Kreisverkehr’ zu singen, der taucht nicht einfach so ins Rentnerdasein ab. Koste es was es wolle, dachte ich, ich musste Duttweiler finden!“
Maelck’s Geschichte gipfelt in einem Treffen der beiden Protagonisten: der sterbenskranke Duttweiler und dessen Tochter versorgen Bauer mit immer neuen „historischen“ Kuriositäten bis es letztendlich zum Showdown kommt.
Eine Ansichtssache
„Pop essen Mauer auf“ ist eine wilde Mischung aus Krimi, Spionageroman, Satire und Verschwörungstheorie, die mit den Ängsten und Unsicherheiten, die in Bezug auf die ehemalige DDR und deren Staats-Apparat existieren, spielt. Auf 200 Seiten wird in scheinbar unerschöpflichen Absurditäten eine Geschichte des Rocks erzählt, die zunächst fesselnd und geistreich ist bei weiterem Lesen jedoch zunehmend an Spannung verliert.
Das Buch „Pop essen Mauer auf“ von Stefan Maelck ist im Rowohlt Verlag erschienen.