2007-12-01 23:25:55
Leider gibt es sie: Schlechte Produkte der österreichischen Musikindustrie. Aber: Lasst euch nicht aus der Ruhe bringen! Betrachet die Sache einmal positiv!
Hansi, was willst du tun?
"Schifoan!“ Gleich darauf folgen Urschreie. Ich halte Ausschau nach Tarzan. Der wird sich aber hier nicht blicken lassen: Schließlich stehe zitternd auf meinen Brettern - hoch oben in den österreichischen Schieferalpen!
Einmalig: Schifahren in Österreich
Was für manche Leute wie das Urgebrüll eines Kannibalen klingt, sind in Wirklichkeit die künstlerischen Ergüsse unserer heimischen Schlagersänger. Die beglücken uns mit ihren neuesten Hits hoch oben in den Alpen. Antonia, Hansi Hinterseher und Co. schmettern und trällern ihre schönsten Lieder. Rauf und runter. Immer wieder.
Und wir armen Skitouristen dürfen dazu brav unsere „Bogerl“ ziehen.
288 Euro für eine Zwölf-Tages-Karte blechen? Und dann auch noch diese Ohrenfolter ertragen müssen? Moment! Bevor das Snowboard wieder im Keller landet: Hier ein paar Überlegungen.
Augenzeugen bestätigen
Blutige Skisport- Anfänger sind ruhiger und sicherer auf ihren Brettern. Aber nur, wenn sie bei einer Schihütte vorbeischlittern. Warum? Weil DJ Ötzi mit seinem Gestöhne die Todesschreie und das laute Knacken der Unterschenkelknochen der verunglückten Anfänger übertönt. Der Rest der Schigruppe kann gelassen und ungestört weiterfahren. Oder besser gesagt: Weiter ihre ungelenken Schleifen ziehen.
Statistiken sprechen für sich
Die Zahl der Skiunfälle steigt. Besonders im Umkreis von Almhütten. Grund: Die Schifahrer werden von lauter Schlagermusik abgelenkt. Manch Sportler soll vor Schreck über das knallrote Gummiboot der gut bestückten Antonia geradewegs in den angrenzenden Wald geschlittert sein.
Ja und?
Unfälle "passieren hoit amoi" und es ist "foisch", wenn man behauptet, die unschuldige Antonia und ihr Dekolleté seien Schuld and den meisten Gehirnerschütterungen und Knochenbrüchen der Skisportler. So die Musikproduzenten. "Die Deppn sand söba schoid: Besser aufpassn und ned den Schädl voller Testosteron zur Sängerin drahn!"
Manche reiben sich die Hände
Die Bergrettung und die umliegenden Krankenhäuser freuen sich: Die finden DJ Ötzi und Antonia auch nicht schlecht. Dank der österreichischen Interpreten haben sie nämlich viel zu tun. Die Pistenbeschallung hat also sogar für mehr Arbeitsplätze beim Notfalldienst gesorgt. Da freut sich unser Herr Finanziminister: Mehr Beschäftigte. Zufriedenere Österreicher. Bessere Umfragewerte für seine Partei.
Also nicht verzagen
Ohropax tragen! Oder den iPod mit auf die Piste nehmen. Es würde mich wundern, wenn es ohnehin nicht schon beheizbare, bruchsichere Schutztaschen für den lieben Musiklieferanten gibt!
beschäftigte sich schon im Biologieunterricht lieber mit Aphorismen und Kurzgeschichten als mit der Photosynthese. Widmet sich nun vor allem "Fokus" und ihren Geschichtebüchern.
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