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Paulus Hochgatterer - Die Süße des Lebens

2009-01-19 20:22:30

  • des Hochgatterer paulus Süße Lebens Buch

Was tun, wenn die einzige Person, die einem bei der Aufklärung eines Mordes helfen kann, kein Wort mehr spricht? In Paulus Hochgatterers Roman Die Süße des Lebens findet ein kleines Mädchen ihren toten Großvater mitten im Schnee.

Furth am See ist ein kleiner, vom Winter in Beschlag genommener Ort in Österreich, den es eigentlich gar nicht gibt. In dieser fiktiven Gemeinde versucht Kommissar Kovacs, selbst mit persönlichen Dramen und Problemen behaftet, eifrig herauszufinden, was fähig ist, dieses ruhige Örtchen so dermaßen aus seinem Winterschlaf herauszureißen.

Blut im Schnee

Es sollte eigentlich ein gemütlicher Spieleabend werden, den die kleine Katharina mit ihrem Großvater verbringen will. Doch es klopft an der Tür und der Großvater verschwindet mit einem unbekannten Besucher in die Kälte. Irgendwann macht sich das kleine Mädchen auf die Suche nach ihrem Opa. Was sie findet, raubt ihr den Atem: Der Großvater liegt tot im Schnee, sein Kopf ist merkwürdig deformiert, sein Hals durchtrennt. Alles ist voller Blut. Was ist geschehen?
Was anfangs für einen tragischen Unfall gehalten wird, wirft durch die Funde der Spurensicherung bald neue Fragen auf: Kann es Mord gewesen sein? Wer könnte dafür verantwortlich sein und wie bekommt man das kleine Mädchen zum Reden?
Eine spannende Ausgangslage. Leider ist der Zugang zu Hochgatterers Roman alles andere als leicht. Ständig wechseln die handelnden Personen und die Fülle an Namen ist immens. Ein chaotischer Eindruck entsteht, der lange nicht loslassen will.

Unter die Oberfläche


Es ist ein Hochseilakt, den Hochgatterer in den vierundzwanzig Kapiteln zu vollbringen versucht: Mordaufklärung auf der einen, psychologische Tiefenbehandlung der Protagonisten auf der anderen.
Einmal steht Kommissar Kovacs im Zentrum des Geschehens, dann wechselt die Perspektive und der Psychologe Horn steht im Mittelpunkt. Dieser versucht das Mädchen dazu zu bringen, endlich zu sagen, was sie in dieser einen Nacht erlebt und gesehen hat.
Doch Kovacs und Horn sind nicht die einzigen Figuren, denen ein Kapitel zu Teil wird. Auf den letzten Seiten schreibt Hochgatterer aus der Sicht des eigentlichen Täters.

Die Süße des Lebens ist nicht unbedingt spannend, dafür äußerst wendungsreich geschrieben und mit interessanten Einfällen (u.a. werden mehrere Bienenstöcke mitsamt Tausenden von Bienen zerstört aufgefunden) garniert.
Ein Krimi der etwas anderes Machart.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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