2007-04-02 00:11:13
Parabol tun sich mit ihrem Debütalbum "Sorry Satellite" aus dem Einheitsbrei der momentanen Pop-Welle hervor.
Über eine österreichische Band zu schreiben beinhaltet zweierlei Schwierigkeiten: Auf der einen Seite sollte man sich davor in Acht nehmen, keine allzu übersteigerten Lobeshymnen abzulassen, denn es könnte folglich leicht passieren, als eiserner Patriot bezeichnet zu werden. Andererseits wird man bei zu forscher Kritik als Verächter und ewiger Schlechtredner der österreichischen Popkultur an den Pranger gestellt. Beides in seiner Quintessenz nicht erstrebenswert. Soviel dazu, aber nun zum Eigentlichen…
Mit Posern hat man es bei Parabol bei Gott nicht zu tun. Bevor es im Chelsea zur CD-Präsentation ihres Debütalbums „Sorry Satellite“ kam, wurde noch das Fußballmatch zwischen Austria Wien und dem FC Parma übertragen. Nach einem Endresultat von 1:1 verließ hierbei keine der beiden Mannschaften als Sieger das Schlachtfeld. Kurz darauf betraten die vier Kärntner – die aber allesamt bereits seit geraumer Zeit in Wien sesshaft sind – ihr derzeitiges Spielfeld, die Konzertbühne.
Die Auftrittstaktik von Christian Staudacher, Andreas Gstettner, Max Kircher und Maximilian Schachner war geprägt durch eine eher zurückhaltende Defensive, wobei sich die vier Mannen etwas befangen hinter ihren Instrumenten versteckten. Nichts wirkte theatralisch überzogen. Stattdessen wurde im Einklang auf den Gitarren geschrammelt und gezupft. Dieser Schlachtenplan war der genau richtige und somit verließ mit Parabol an diesem Abend doch noch ein Sieger das Spielfeld!
Flächenteppich und Melodiebogen
Die 12 Songs auf „Sorry Satelite“ wurden in Eigenproduktion eingespielt und verdeutlichen die Einigkeit der Band. Für den Feinschliff sorgte - wie bereits zuvor bei diversen anderen österreichischen Bands (Naked Lunch und Heiligenblut) - der in Weilheim (D) ansässige Mario Thaler. Dies ist auch klar und deutlich zu hören: Einige auf dem Album verwendete (weilheimsche) Sounds sind gerade zu typisch für den thalerschen Wirkungskreis.
Die Grundessenz bilden auf „Sorry Satellite“ jedoch verworrene Gitarren, die einen eindrucksvollen Flächenteppich und Melodiebogen kreieren. Mit dem Gesang hapert es leider ein wenig. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Bei Parabol darf jeder einmal ans Mikro! Live ist dieser Umstand weniger schlimm, aber hört man sich die CD im stillen Kämmerchen an, fällt es dem Zuhörer durch die ständig wechselnde Stimme schwer, sich an eine zu gewöhnen und somit ein vertrautes Verhältnis zu eben jener aufzubauen. Soll weiters heißen: gesanglich könnten Parabol durchaus mehr Temperament zeigen. Denn ein Frontman, der sagt wo es lang geht, hat noch keiner Band geschadet.
Parabol produzieren ernst zu nehmende Musik, die sich aus dem flirrenden, oberflächlichen Einheitsbrei der momentanen Pop-Welle hervorhebt. Nicht weniger - und auch nicht mehr.
Parabol Live
09.04.'05 - Bergwerk/Neusiedl
16.04.'05 - Sublime/Aflenz
21.04.'05 - Arcadium/Graz
28.05.'05 - Seewiesenfest/Kleinreifling
25.06.'05 - Donauinselfest/Wien
29.07.'05 - Pappelpop Festival/Mattersburg
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
Newsfeed von Marco Weise abonnieren