2008-03-02 18:34:26
FM5 traf beim Maximum Black Festival den großartigen Owen Pallet von Final Fantasy und die nicht minder großartigen Ben Chasny und Elisa Ambrogio die als Six Organs of Admittance auf der Bühne standen. Mit Interview - Mitschnitten
FM5: Ihr habt gerade als Six Organs of Admittance eure Show gespielt, wie wars?
Chasny: Es war toll, aber das ganze Equipment hat versagt, ich hab mich selbst rausgekickt. Die Pedale waren kaputt. Naja.
Manche der Zuschauer meinten, es handle sich bei eurer Musik lediglich um Lärm. Wie antwortet man darauf am Besten?
Chasny: Manche Leute meinten unsere Musik sei nur Lärm? Yeah, großartig. Nicht, weil ich nur Lärm spielen möchte sondern weil diese Leute dann zur Seite gehen. So weiß ich, mit wem ich ein Bier trinken möchte und mit wem nicht! Die Leute die glauben, dass es nur Lärm ist haben nichts verstanden. Aber es ist wahr, es ist viel Lärm in unserer Musik.
Owen Pallet, es ist nicht das erste Mal, dass du uns in Wien besuchst. Gefällt es dir in Österreich?
Pallet: Ja, ich bin jetzt schon zum vierten Mal in Wien und ich war auch in Salzburg, Linz und Graz. Wien gehört auf jeden fall zu meinen liebsten Städten in Europa und ich fühle mich sehr wohl hier.
Und wie gefällt es Six Organs of Admittance in Wien?
Ambrogio: Wir waren im Sigmund Freud Museum. Wir sind heute gekommen und morgen schon wieder weg. Aber ich komme ja zurück und spiele beim Donaufestival.
Das Maximum Black Festival hatte eine außergewöhnliche Entstehungsgeschichte. Wollte Owen Pallet schon immer ein Festival selbst veranstalten oder kam diese Idee erst durch die Finanzierung über die Wiener Stadtwerke zustande, die einen deiner Songs unautorisiert für ihre Werbung benutzt haben?
Pallet: Vor dieser Sache mit den Wiener Stadtwerken habe ich nicht daran gedacht ein Festival zu machen. Es waren eher die Wiener Stadtwerke, die daran interessiert waren mit mir eine öffentliche Sache zu machen als Gegenleistung dafür, dass sie meine Musik gestohlen haben. Ein kulturelles Event wie das Maximum Black Festival zu finanzieren ist glaube ich ein sehr guter Kompromiss.
Es interessiert mich ja nicht eine Firma zu verklagen aber als Musiker muss ich meine Rechte verteidigen und darauf achten, was rund um meine Musik passiert. Und jetzt gibt es ein Festival wie dieses. Das ist großartig für die Leute.
Owen Pallet über das Maximum Black Festival und die Arbeit am neuen Album:
Warum hat euch Owen Pallet zum Maximum Black Festival eingeladen?
Chasny: Das wissen wir nicht. Er hat im Vorfeld wirklich alle eingeladen und plötzlich waren wir da in einer Liste mit Seinfeld und Bruce Springsteen.
Ambrogio: Das ganze wurde zur Maximum Black Lottery und wir wurden gezogen.
Und wie hast du die Bands wirklich ausgesucht?
Pallet: Die Bands sind alles Freunde von mir. Bands die ich wirklich liebe. Ich höre sie selbst gerne, mit manchen habe ich auch schon selbst gespielt.
Kooperationen mit Bands gehören ja zu deinem Musikverständnis dazu, was sind deine nächsten Projekte?
Pallet: Ich arbeite jetzt an einem neuen Final Fantasy Album, das letzte ist ja schon zwei Jahre her. Ich versuche zwei EP’s fertig zu bekommen und hoffentlich auch das neue Album zum Ende des Jahres.
Was können wir von deinem neuen Album erwarten?
Pallet: Also von den beiden EP’s an denen ich gerade arbeite wurde eine davon Outdoor aufgenommen, auf Feldern, in Amphitheatern und in einem alten Silo. Das sorgt für sehr unterschiedliche Klänge. Die andere EP ist mit einem Orchester, das ganze klingt wie eine Big Band, auf eine verrückte Art. Das neue Album wiederum hört sich genauso an wie die Strokes, ich hoffe ihr mögt die Strokes!
Und wann erscheint das neue Album?
Pallet: Das kann ich noch nicht sagen. Vielleicht habe ich bis Juli alles eingespielt. Dann könnte es noch dieses Jahr sein. In der Vergangenheit habe ich mich selbst zu stark unter Druck gesetzt und die Dinge zu schnell bewältigt. Mein erstes Album entstand innerhalb von einer Woche, während die ersten Stücke gemixt wurden, habe ich schon an den nächsten Stücken gearbeitet. Das war verrückt. Jetzt nehme ich mir mehr Zeit, ich glaube dadurch ist auch die Qualität des Albums besser. Da nehme ich auch in Kauf das mein Bankguthaben immer kleiner wird.
Und was sind eure derzeitigen Projekte?
Chasny: Ich war seit vier Monaten nicht mehr Zuhause. Mein Projekt ist es meiner Katze wieder zu zeigen wie sie in ihre Box geht, außerdem werde ich die Garage aufräumen und vorbereiten, damit ich Aufnahmen machen kann. Aber wisst ihr eigentlich, dass Elisa in einer Ska Band angefangen hat? Wie hieß sie?
Ambrogio: Die GangSkas! Lass uns aber nicht über Dinge reden, die wir Morgen bereuen. Ich arbeite derzeit an Goldflower, das ist mein neuestes Band Projekt. Wir spielen unsere erste Show am 20. März und wir werden damit auch nach Wien kommen.
Chasny: Achtung, das waren jetzt die einzig seriösen Sekunden dieses Interviews.
Ambrogio: Und die Magik Markers werden auch zurück kommen! (Anm.d.Red. am 3.Mai beim Donaufestival in Krems)
Sind neue Kooperationen mit anderen Bands geplant? Z.B. mit David Tibet und Current 93.
Also das mit Tibet ist so eine Sache. Es ist viel leichter bei Current 93 rein zu kommen als dort wieder heraus zu kommen. Versteh mich nicht falsch David, ich liebe dich, aber es ist als hätte man seine Seele verkauft.
Ben Chasny über seine Zusammenarbeit mit David Tibet:
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