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O. Children - O. Children

2010-07-29 18:30:55

  • Children O. (O. Children)
  • Children O. (O. Children)
  • Children O. (O. Children)

Die Indie Gothic Szene ist derzeit ganz groß, vor allem in East London. Aber nein, das heißt nicht lange schwarze Haare mit ausgewachsenem Ansatz, noch dazu vielleicht ein wenig fettig. O. Children zeigen, dass das ganz und gar nicht sein muss.

Man kann auch trendiger Goth sein und ohrenfreundliche Musik machen. Aber so haben es ja vorher schon Bands wie Joy Division oder The Cure gemacht oder noch aktueller The Horrors. Doch die haben die Goth-Musik bereits wieder verlassen, wer springt jetzt also für sie ein?

Goth und Girls Aloud

Das wären dann O. Children, benannt nach einem Nick Cave Song.  Erst 2009 gegründet machen O. Children gewaltig Wind und veröffentlichen nach ihrem ersten Hit "Dead Disco Dancer" nun ihr gleichnamiges Debutalbum O. Children.
Musikalisch werden die Band in die New Grave -, Dark Wave Schublade gesteckt, letztendlich passen sie wahrscheinlich aber doch mehr in die Post-Punk Szene. Trotz der düsteren dunklen Stimme von Frontmann Tobias O’Kandi, die sehr an den charismatischen Ian Curtis von Joy Division erinnert, sehen sich O. Children nicht von eben denen beeinflusst sondern eher von der Goth-Band Bauhaus. Sie versuchen mit ihrer Musik dem Goth der 80er noch einen Spritzer Pop zu verpassen und es scheint zu funktionieren. Im Übrigen hat den Spritzer Pop vermutlich Tobi O’Kandi mithineingebracht, der unter anderem für die britische Girlband Girls Aloud Lyrics verfasste.

Wüste, Western und Pistolen

Nun kurz einen Blick auf die Songs geworfen. Die erst vor kurzem veröffentlichte Single "Ruins" ist ein Vorgeschmack darauf, was die Band noch in der Hinterhand hat. Die pure Intensität und Prahlerei ist so weit hergeholt, dass einem nichts anderes übrigbleibt als es anzunehmen und sich zu fragen, ob diese Band das eigentlich wirklich so ernst meint oder doch nicht. "Ruins" ist fast als Filmskript mit viel Pistolen und ein wenig Wüste zu verstehen. Western Atmosphäre, die Sänger O’Kandi so begeistert, im Goth-Mantel.
"Ezekiel's Son" ist ein mehr oder eher wenig gelungener Popsong, der über die Beziehung von Andi und seinem Vater handelt.
"Heels" dagegen zeigt um einiges mehr Potenzial und ist einer der besten Tracks des Albums. Er handelt von einer Dame, die immer in der selben Bar wie Andi abhing, immer sehr gut angezogen aussah und trotzdem so traurig wirkte und außerdem immer Heels trug. Gepackt ist die ganze Geschichte in eine Rock-Hymne, unterstützt durch einen beglückenden Synth und mechanischem Trommeln – eine prächtige Sache.

Finally...

Das Album verdient auf alle Fälle Aufmerksamkeit, vor allem weil O. Children der Post Punk Szene in East London wieder ein wenig Scheinwerferlicht verpassen und definitiv ein Zuhören wert sind.

O. Children - O. Children
VÖ: 12. Juli 2010
Deadly People

 

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