2007-04-02 00:10:52
Die Sportfreunde Stiller schießen sich mit ihrem neuen Album „You Have To Win Zweikampf“ endgültig ins Abseits und in den Bereich des nicht mehr Ernstzunehmenden. Denn die Welt ist zwar (fast) rund wie ein Fußball, aber sie bietet doch mehr Themen an, um deren Annahme gebeten wird.
Manchmal wird es einem ja sehr leicht gemacht. Zum Bespiel, wenn ein Album der Münchner Sportfreunde Stiller – bestehend aus den ewig lustigen und immer noch tief in der Pubertät steckenden Peter Brugger (Gitarre, Gesang), Rüdiger Linhof (Bass) und Florian Weber (Schlagzeug) – wie das aktuelle, mit dem trockenen Titel „You have to win Zweikampf“ erscheint. (Der beim FC Bayern München spielende Bixente Lizarazu gab der Band diesen, als er ihn tätigte, übrigens vor.) Zur Deutung des musikalischen Inhaltes sind drei Umstände erwähnenswert: Zurzeit findet in Deutschland eine Fußball-Weltmeisterschaft statt. Die Welt ist (fast) rund. Der Ball auch. Und aus genau diesen drei Motiven entstand das Album – denn erwachsen werden wir nie!
11 Eigentore
Dem Hobby mithilfe der Musik Ausdruck zu verleihen und ihm somit gerecht zu werden, ist eine von Grund auf schöne Artikulationsweise, deren Nutzung sich schon unzählige musikalische Formationen zu Eigen machten. Die „Sportis“, hinlänglich als Fußballfans bekannt – ein früheres Album namens „So wie einst Real Madrid“ deutete bereits darauf hin – gingen denselben Weg. Leider nicht wegen des Themas Fußball an sich; ein kreativer Musiker schafft aus Nichts ein Etwas und kreiert zu jedem Thema ein sinnvolles Werk. Aber das naiv-infantile Trio scheitert so offensichtlich daran, dass ihm eine Bandauflösung nahe gelegt werden sollte. Die Band driftet mit ihren Liedern wie „Unser Freund ist aus Leder“, „Pogo in Togo“ und „54, 74, 90, 2006“ deutlich in den Bereich des Lächerlichen, oder, um es in der metaphernschwangeren Sprache des Fußballs auszudrücken: Die „Sportis“ schießen sich 11 Eigentore. Weil die hohe Kunst des Reimens schließlich gelernt werden will und man sich mit Versen wie „Chaos in Nahost, Drums in the slums, no French Toast in Ivory Coast, but Pogo in Togo“ als dilettantische Buberl-Rock-Partie in die Auslage stellt. Dass sich diese Meinung aber letztendlich nicht als Kollektivgedanke durchsetzen wird, ist auch evident: Die Exkremente einer Kuh ziehen auch immer viele Fliegen an. Und irgendwo da draußen, in den Fußballstadien des nord-westlichen Nachbarlandes, finden sich bestimmt alkoholisierte Fans, die ihren „Sportis“ frönen: „54, 74, 90, 2006. Ja, so stimmen wir alle ein. Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein. Werden wir Weltmeister sein…“
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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