2007-04-02 00:11:30
Mit ihrem vor kurzem vorgelegten Album Nummer drei, will es das aus Deutschland stammende Elektrorock-Trio Northern Lite allen recht machen. Ein wahrlich gefährliches Spiel, bei dem schon viele gescheitert sind.
Mit ihrem vor kurzem vorgelegten Album Nummer drei, will es das aus Deutschland stammende Elektrorock-Trio Northern Lite allen recht machen. Ein wahrlich gefährliches Spiel, bei dem schon viele gescheitert sind.
Das aus der Mitte von Deutschland (Erfurt) stammende Trio namens Northern Lite gehört weder zu den Bands der Generation „Mein Lieblings T-Shirt ist das schwarz-weiß oder schwarz-rot Gestreifte“, die allzu oft durch das bloße Anschlagen der Gitarre annehmen, etwas Besonderes geleistet zu haben, noch zu jenen Musikern, die sich ausschließlich – und dann auch noch engstirnig – mit der elektronischen Verarbeitung von Tönen beschäftigen.
Neu ist diese Platznahme zwischen zwei ganz unterschiedlichen Genre-Stühlen natürlich keineswegs. Denn was früher als Niemandsland zwischen Rock und Techno ausgewiesen wurde, ist schon lange keines mehr, sondern ein stark mit unzähligen Acts besiedeltes Gebiet, in dem sich auch Northern Lite zu den dort Ansässigen zählen dürfen. Einigen wird das hinter dem Pseudonym Northern Lite stehende Produzentenduo Sebastian Bohn und Andreas Kubat wohl völlig unbekannt sein, aber in manchen DJ-Kreisen sind ihre Remixe ein Fixpunkt in den Playlists. Diese für Künstler wie Peaches, Warren Suicide oder Codek & Flexor getätigten Arbeiten waren es dann auch, die ihnen seit der Gründung im Jahre 1997 einen doch recht anständigen Namen in der Clubkultur verschafft haben.
Neben diesen meist auf Vinyl erschienen Veröffentlichungen haben sie jedoch stets an eigenen Songs gebastelt und mittlerweile auf ihrem eigenen Label (1st Decade Records) bereits zwei Alben unter die Leute gebracht. Nun ist es wieder so weit: Die beiden Klangtüftler veröffentlichten vor kurzem ihr drittes Studioalbum. Umgesetzt wurde das mit „Unisex“ betitelte Werk mit der Unterstützung des Gitarristen Sacha Littek. Mit dem Ergebnis – wie der Name („Unisex“) schon ausdrückt – möchten es die Elektro-Rocker vermutlich jedem, oder – um nicht als ewig Gestriger zu gelten – jeder recht machen.

Dieser wohl selbst auferlegte Anspruch an das neue Werk ist jedoch ordentlich in die Hose gegangen. Es hapert einfach an der Dringlichkeit der 13 auf „Unisex“ zu findenden Songs: für die Indie-Puristen dieser Welt sind sie etwas zu forsch, für die Elektro-Fritzen hingegen zu wenig zwingend. Das liegt vor allem an den kaum ausbrechenden und seidenglatt polierten Arrangements, in denen der Gitarrensound ständig gedrosselt wirkt und ähnlich druckvoll wie ein laues Sommerlüftchen um die Ecke biegt. Da hilft auch der hörbar bemühte Gesang von Andreas Kubat nicht mehr viel, um den Großteil der Songs auf die gute Seite zu ziehen. Leider. Nur „Cocaine“ tut sich aus diesem Einheitsbrei hervor. Vergleicht man „Unisex“ mit den aktuellen Resultaten der deutschen Branchen-Kollegen Tiefschwarz oder Ascii.Disko wird einem erst wirklich klar, wie unspektakulär dieses Werk von Northern Lite letztendlich ausgefallen ist. Bleibt nur mehr abzuwarten, ob es vielleicht dem einen oder anderen Künstler gelingt, den für seinen Remix auserwählten Song von „Unisex“ etwas Leben einzuimpfen.
"Unisex" von Northern Lite ist bereits via Universal veröffentlicht worden.
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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