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musik

Nine Inch Nails - The Slip

2008-05-20 14:28:32

  • The Nine Inch Nails Reznor Slip
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Die Nachwehen der Nine Inch Nails. Nachdem die Geister vertrieben wurden und passenderweise guten Umsatz erzielt hatten, haut Trent Reznor das nächste Album raus. Diesmal völlig kostenlos, für umsonst.

Es gibt erneuten Familienzuwachs im Hause Reznor.
"One hundred percent free"
heißt es auf der eigens für das Album eingerichteten Homepage.
The Slip
ist keine neue Unterwäschekollektion der Nine Inch Nails, sondern ein neues Album. Nach dem instrumentalen Ghosts-Epos, hat Reznor wieder etwas zu sagen. Auch nötige Härte und Ruppigkeit finden sich in einigen Tracks wieder.

Kein Stillstand


Die wabernden Sounds und Klänge des Intros 999,999 leiten direkt in den ersten Track 1,000,000 hinein, der mit Schärfe und zurückgewonnener Kompromisslosigkeit verblüfft.
Put the gun in my mouth, close your eyes, blow my fucking brains out
keift Reznor zu verzerrten Riffs und nimmermüdem Schlagzeug. Letting You stolpert mit holprigen Drums in ein wirres, Aphex Twin-artiges Soundkorsett. Gesanglich wird der verzerrte Reznor immer wieder von heftigen Beats durchbohrt.
Mit Discipline nimmt sich die Strenge erstmal zurück. Mit eingängigem Sound, toughen Schlagzeugspiel und bekannt vorkommender Pianomelodie sinniert der Mentor über seine eigene Unfähigkeit und den unkontrollierbaren Gemütszustand.
Rhythmus im Blut hat das trocken auf den Punkt gebrachte Echoplex, wo die Zeile My voice just echoes off these walls hervorsticht.
Head Down steckt den Kopf in vertrackten Industrial. Watching you drown,  I'll follow you down - Lights In The Sky bestimmt durch ruhiges & schwermütiges Spiel das Ambiente. Nur Reznor und sein Klavier.
Dass elegisch düstere, sieben Minuten lange Instrumental Corona Radiata taucht in stimmungsvolle Ghosts-Abgründe.
Der Titel ist eine Anspielung auf die erste Schicht der weiblichen Eizelle, die vom männlichen Samen bei der Befruchtung als Erstes durchdringt werden muss. The Four Of Us Are Dying schließt nahtlos an und ergänzt das weitflächige Bild um fett kreisende Beats und allerlei schiefe Töne.
Dass erneut in die Beine gehende Demon Seed gibt sich nebulös und doch eindringlich, Reznor scheint kurz vor der körperlichen Implosion zu stehen.
I will use my voice and I will use my fist, to destroy everything I can.
Alles klar?

Dämmriges Refugium


Trent Reznor ist den üblichen Abläufen, Strukturen, Gewohnheiten und dem Erscheinungsrhythmus der Plattenindustrie gekonnt entwischt.
The Slip
ist keine halbgare Veröffentlichung, sondern eine konstante und werkgetreue Ansammlung von Liedern, die qualitativ wieder gewohnt gute Kost darstellen, sich gegenseitig mit ihrem unterschiedlichen Charakter antreiben.
Gleichzeitig erlauben die Texte einen tiefen Blick in das Innere des Industrial-Machers und Pioniers.
Ein harter und eruptiver Einstieg, der dann in stille ambiente Schlupflöcher mündet und am Ende noch einmal beide Pole zusammenbringt.

Völlig kostenlos kann das Album mit Artwork runtergeladen werden, legal und diesmal sogar komplett.
Ein Geschenk für die Fans, die Reznor mit Ghosts I-IV über eine Million Dollar beschert hat.
Also, worauf warten?

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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