Dieser und andere Egoismen. Ein Manifest von mir für mich (und gegen Ärzte, diese Metzger!). Der etwas andere und vielleicht von manchen nachvollziehbare Blick auf die unendlichen Weiten des Glücks und dessen Widerpart. Oder einfach gesagt, warum diese Ferien nicht schnell genug vorbei gehen können.
Ich wünsche mir nichts lieber, als „Nie mehr Ferien“. Du fragst dich jetzt vielleicht warum. WARUM? Das kann ich dir sagen! Hatten wir doch letztlich noch einen damals von mir nicht ganz ernst gemeinten Pro-Arztbesuch-Artikel auf unserer FM5 Homepage, so kommt er mir heute wie die blanke Verhöhnung vor.
Hals und Beinbruch
Jeder, der sich Ferien und Arztbesuche wünscht, kann mich gerne besuchen kommen. Einen Beinbruch später, fahre ich gerne mit Ihnen ins Krankenhaus. Und was dann? Ich hoffe ihr habt Spaß an diesem Ort der Bakterien, Tumore und, so leid es mir tut, der alten Menschen. Zunächst die Ungewissheit, was mit eurem Bein ist, um dann von einem „Ich - wär - gerne - wie - der - Doc - aus - Scrubs“-Arzt (einer Mischung aus Dr. Cox und Dr. Kelso) angelächelt zu werden.
Lächeln?
Lächeln? Dabei handelt es sich wohl eher um ein hämisches Grinsen, ein Lechzen nach Blut, ein Zähnefletschen, welches an brachiale Metzger erinnert. Hahaha. „Ja, leider muss es weh tun.“ Zähne zusammenbeißen. Wenn es nicht schlimmer wird. „Ja, leider müssen wir sie hier behalten.“ Ein wütender Blick meiner Augen in seine Augen, doch lieber nicht, sonst erzählt er dir nur Arzt(Angst!)geschichten.
Lebensqualität
Was ist es eigentlich, was einem am meisten Lebensqualität nimmt? Das Krankenhaus ist es bestimmt nicht, die freundlichen (?) KrankenpflegerInnen auch nicht, nicht einmal der Anblick dieser gequälten Zivildiener. Ich kann es euch sagen: Es ist ein Gips, der einen daran hindert, von einem schnarchenden Menschen wegzurennen. Doch will ich es wirklich Schnarchen nennen? Dieses Keuchen und Röcheln, dieses Pfeifen und Surren. Ein reiner Kampf ums Überleben.
Selbstjustiz
Das löst den schieren Schrei nach Selbstjustiz aus. Das bringt mein Hirn zur Unvernunft. Meine Muskeln jucken. Ich möchte um mich schlagen. Das Ohropax wird vom Schnarchen in seine Schranken verwiesen, anstatt umgekehrt. Was ich mich Frage: Ist dieses Problem noch politisch lösbar? Oder hilft hier nur ein individueller Kampf schnarchen vs. schlafen. Gehört so ein Mensch nicht in eine Schnarchzelle? Oder sollte man diesen Menschen selbst eine Nacht lang beschnarchen?
Sich gut fühlen
Zu Hause angekommen, in ruhigeren Gefilden sozusagen, ist nun die Zeit der Langeweile gekommen: Lesen und niemand schnarchen hören. Fernsehen und nicht mal ein Glas Wasser holen können. Das Bein hochlagern und sich wundern. Es wundert mich, dass ich mich so gut fühle, weil ich kein Geld ausgeben kann. Ich fühle mich gut, weil ich nichts tun kann. Es wundert mich weniger, dass ich es hasse, auf andere angewiesen zu sein. So sehr, dass die es merken. Ich sitze hungrig hier und niemand fragt mich, ob ich was will. Ich werde einfach allein gelassen, ich kann nach niemandem rufen. Wenigstens macht der Regen etwas Musik für mich, mögen Ferien und Sommer nie wieder kommen!