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Never satisfied

2008-03-28 20:21:46

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Wer sich die Karten für ein Konzert der Rolling Stones nicht leisten will, für den hat Martin Scorsese mit Shine a light eine günstige und äußerst anspruchsvolle Alternative geschaffen.

Man mag meinen, die Rolling Stones wollen nicht aufhören. Schon vor über dreißig Jahren wirbelte Mick Jagger mit dem - längst zum Erkennungsmerkmal der Stones gewordenen - Hit Satisfaction über die Bühne. Auch heute scheinen Esprit und Elan nicht verloren. In den vier Jahrzehnten seit Bestehen der Rolling Stones hat sich viel verändert. Mick Jagger wurde der britische Adelstitel „Sir“ verliehen, Gefängnisaufenthalte, mehrere Wechsel der Bandmitglieder, der mysteriöse Tod von Brian Jones. Das, was die Rolling Stones heute sind, hat Martin Scorsese in zwei Stunden auf Zelluloid gebannt und ihm den Titel Shine a light gegeben.

Massenhysterie und Intimität


Regisseur Scorsese hätte seinen Film bis ins kleinste Detail geplant, würde ihm die Band nicht dazwischen funken. Die Setliste ist erst wenige Minuten vor Konzertbeginn fertig, der Regisseur wirkt sehr angespannt. Aber es klappt. Mit mehr als 18 Kameras hat Scorsese die Funken überspringende Atmosphäre eines Live-Auftritts der Rolling Stones eingefangen. Man wählte bewusst eine kleinere Location, obwohl Scorseses ursprüngliche Idee der Mitschnitt des weltgrößten Konzertes der Band gewesen wäre.

Der Wunsch nach Intimität überwog, so wurde das Konzert im New Yorker Beacon Theatre im Herbst 2006 als Drehort ausgewählt. Zu dem Konzert eingeladen hatte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, der sich schließlich auch sehr geehrt fühlte, die Band ansagen zu dürfen.

Neben einer gut ausgewählten Set-List, die sowohl neuere als auch klassische Stücke der Band beinhaltet, enthält Shine a light auch einige Archivaufnahmen von Interviews aus den späten 60er und frühen 70er Jahren. So erfährt das Publikum fast beiläufig, dass Charlie Watts vor seiner Schlagzeugkarriere Designer war, weil ihm die Intensität für den Umgang mit Farben fehlte, die man als Maler brauchen würde. Auch während des Konzerts lässt sich vor allem Mick Jagger einige Anekdoten entlocken. Bevor er zu As tears go by anstimmt, erklärt er verschämt, dass Keith Richards und er den Song ursprünglich für jemand anderen geschrieben hatten (Marianne Faithfull landete damit 1964 einen Charterfolg), weil ihnen die Nummer zu peinlich war, um selbst damit aufzutreten.

Rollendes Urgestein


Volle Konzerthallen zeigen: die Rolling Stones sind noch immer en vogue und aktuelle Künstler reißen sich um einen Auftritt mit der Band. In Scorseses Film dürfen Jack White, Buddy Guy und Christina Aguilera zu einem Duett mit den Vätern des Rocks auf die Bühne. Trotz des sprühenden Esprits der Bandmitglieder und vor allem Mick Jaggers begeisternden Tanzeinlagen, sind die Jahre nicht spurlos an den Mitgliedern vorüber gegangen. So lässt sich Keith Richards am Ende des Konzerts in den Mantel helfen, Charlie Watts braucht nach jeder Nummer eine kurze Erholungspause.

Mit einer ausgereiften technischen Umsetzung gelingt Scorsese die Konzertatmosphäre eines Rolling Stones Konzerts in den Kinosaal zu bringen. Shine a light ist ein musikalisches Highlight und eine gute Vorsorge, falls die Rolling Stones doch irgendwann beschließen, in den Ruhestand zu treten.

Filmstart in Österreich: 4. April 2008

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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