2007-05-14 21:42:01
Nach Gladiator steht Russell Crowe erneut für Ridley Scott vor der Kamera. Diesmal nicht als römischer Feldherr Maximus im computeranimierten Kolosseum anno 180, sondern als karrieregeiler Geschäftsmann in einem Londoner Hightech-Büro im Jahr 2006.
Verspekuliert?
Max Skinner (Russell Crowe) ist ein erfolgreicher Börsenspekulant. Erfolg im Job ist alles was für ihn zählt. Sein Privatleben ist nicht existent. Als plötzlich sein Onkel Henry (Albert Finney) stirbt, sieht er sich mit der Erbschaft eines heruntergewirtschafteten Weinguts in der Provence konfrontiert. Widerstrebend reist er nach Südfrankreich, um sein Weingut samt dazugehörigem Château möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Doch wie es der Zufall so will, kommt es anders als gedacht. Max erfährt die Leichtigkeit des ländlichen Lebens und lernt die wahre Liebe kennen: Caféhausbesitzerin Fanny (Marion Cotillard).
Laptop trifft auf Füllfeder
Die Geschichte ist recht einfach gestrickt, die Handlung leider vorhersehbar. Max' Leben wird durch den Verlust seines Onkels und dem Erbe in Frankreich hinterfragt. Ist Geld alles was im Leben zählt oder gibt es noch etwas Anderes? Das Land, in dem Fall die Provence, tritt den Kampf gegen die Businessstadt London an. Technokratie versus ländliche Romantik. Düstere Farben und schnelle Schnitte verbildlichen die Geschäftswelt Londons. Max Skinners Angestellte sind alle unisono gekleidet und folgen all seinen Anweisungen. In der Masse ist Mann/Frau stark. In eine ganz andere Farbplatte greift Ridley Scott bei den Aufnahmen der Landschaftsszenen. Weiche fließende Farben umspielen die Landschaft – Cosy Weich. Die Kamera gleitet durch sonnendurchflutete Gärten und über Dörfer hinweg und verweilt auf dem Schönem, Mystischen der Natur. Tief vergrabene Kindheitserinnerungen von Max tauchen wieder auf. Die provenzalische Lebensart nistet sich erneut in seinem Herzen ein.
Provence oder doch Napa Valley?
Ridley Scotts Versuch den Beststeller von Peter Mayle auf Celluloid zu bannen, ist nicht ganz geglückt. Seiner romantischen Komödie fehlt es an Tiefgang und Wortwitz. So sehr er sich auch bemüht, europäisches Flair aufkommen zu lassen, lässt sich die Hollywoodproduktion doch nicht verleugnen. Zu gewollt klammert er sich an Klischees und Stereotypen. „Jeder weiß, dass die Franzosen launisch und schmutzig sind, Espandrillos tragen und einen R4 fahren“, regt sich der Filmredakteur der Zeitung Le Parisien über das Bild, das Ein gutes Jahr von den Franzosen zeichnet, auf. Das einzig wirklich Französische strahlt die wunderbare Landschaft der Provence aus.
Ein gutes Jahr ist ist ab sofort auf DVD im Handel erhältlich und enthält ganz nette Features wie Musikvideos, Hinter den Kulissen, Audiokommentare, Trailer, Ridley Scott und Russell Crowe Promotion.
Gewinnspiel
FM5 verlost 4 Goodie Pakete zum Film. Beantworte einfach folgende Frage: Wer spielt den Hauptdarsteller Max Skinner? Schreib einfach ein Mail mit dem Kennwort "Ein gutes Jahr" und der richtigen Antwort bis 3. Juni 2007 an film@fm5.at!
Bilder: 20th Century Fox 2007
Change happens!
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