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Nachts in Schweden

2009-04-29 19:33:58

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Schwedens Vampirfilm So finster die Nachtunter der Regie von Tomas Alfredson, nach dem Roman von John Erik Ajvide Lindqvist hat hohe Welle geschlagen. Ein US-Remake ist vorprogrammiert.

Oskar (Kåre Hedebrant) ist augenscheinlich ein normaler zwölfjähriger Junge. Die Eltern leben getrennt, die Homosexualität seines Vaters wird tabuisiert, in der Schule wird er schikaniert. Der Wunsch nach Rache sitzt tief. Fast schon zu tief, um ihn ausleben zu können. Oskar sammelt heimlich Zeitungsartikel über Serienmörder in der Gegend. Mit einem Taschenmesser übt er Vergeltung an einem Baum, mehr traut er sich nicht.

And along came Eli…


Dann taucht Eli (Lina Leandersson) auf. Sie trägt keine Schuhe, die Nägel verdreckt, in T-Shirt und Jogginghose stampft sie im schwedischen Schnee. Das Anderssein Elis gefällt Oskar. Sie schafft es, seinen Zauberwürfel zu lösen, spricht ihm Mut gegen die Prügeltruppe aus der Schule zu. Oskar beginnt sich zu wehren. Die vermeidlich unschuldige Liebe zwischen Eli und Oskar findet ihren Keim. Doch nebenher geschehen immer mehr Gewalttaten in der verschlafen verschneiten Kleinstadt.

Ein Mann wankt vom abendlichen Kneipenbesuch nach Hause, als er Hilfeschreie hört. In einer Unterführung findet er ein frierendes kleines Mädchen, das er hochhebt. Ein fataler Fehler. Das Mädchen entpuppt sich als Vampir, saugt den Unwissenden aus und lässt ihn liegen.

Blutiger Schnee

Beschützer und Beschützter, Macht- und Ohnmachtsverhältnisse werden in Alfredsons Film So finster die Nacht neu definiert und unterliegen instabilen Schwankungen. Die Kamera folgt Oskar meist von hinten und bietet so das Geschehen aus der Sicht des Protagonisten. Wiederkehrende Blicke in die Fenster der schwedischen Kleinstadt Blackeberg verdeutlichen die vorhandenen zwischenmenschlichen Barrieren. Alleine Oskar und Eli gelingt eine stabile Beziehung, die sich vor allem durch die Grenzüberschreitung von Mensch zu Vampir definiert.

Ihr Alter kann Eli nur ungefähr nennen. „Ich bin schon sehr lange zwölf“, gesteht das Mädchen seinem Freund Oskar. In Zeiten der Hypersexualisierung, in denen Dreizehnjährige, die aussehen wie acht, Väter werden können, erfrischt der unschuldige Umgang, den Oskar und Eli miteinander pflegen. Regisseur Tomas Alfredson zeigt die Reise der beiden Kinder durch das verschneite Schweden in ästhetischen Bildern. Man darf Eli das Töten verzeihen, denn nur so kann sie leben.

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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