2008-04-21 20:01:16
Mad Monkey Night: Ian Brown hat im Münchner Atomic Café ein Konzert in ganz intimem Rahmen gegeben.
Ich weiß nicht, wie groß die Venues sind, in denen Ian Brown normalerweise spielt. Viele hunderte bis tausende Personen fassend auf jeden Fall, da bin ich mir sicher. Wie dem auch sei, die Fläche des Atomic Cafés in München kann sich bestenfalls mit einem Schneuzquadrat messen.
Was dazu führt, dass das Publikum und die Darstellenden (auf Neudeutsch: Der Act) quasi aufeinander picken. Ein in Erfüllung gegangener Traum für jeden Hardcore-Ian Brown- oder Stone Roses-Fan.
who wanna be adored?
Und tatsächlich ist die Dichte an Stone Roses-T-Shirts im Raum ziemlich hoch, genauso wie das Vorkommen DIESER Frisur (sogar das unvermeidliche Liam Gallagher Style- aber definitiv nicht Look-Alike ist vorhanden). Die Wortfetzen, die man im Vorbeigehen an den Leuten aufschnappt, sind häufig auf Englisch.
Nachdem sich mein Gehör fast auf der Bühne und damit an dem wohl ungünstigsten Punkt des Klangkegels befindet, ist der Sound für mich katastrophal. Dumpf und verwaschen. Aber wie gesagt, das ist wahrscheinlich positionell bedingt.
Und ehrlich, was spielt das für eine Rolle, wenn vor einem Ian Brown herumtänzelt, sich munter mit dem Publikum unterhält, es zum Tanzen animiert, mit den Händen fuchtelt und generell die personifizierte Smoothness ist? Eben.
reach out and touch faith
Dabei, er ist nicht durchgehend so gut drauf, was wir einem dem Wortstamm von „Fan“ alle Ehre machenden jungen Mann zu verdanken haben. Dieser, natürlich mit dem obligatorischen Stone Roses-Leiberl versehen, versucht allzu vehement, mit dem Meister anzubandeln und auch auf die Bühne zu kommen.
Zuerst weist ihn Ian noch damit zurecht, dass die Leute schließlich bezahlt hätten, um Ian Brown zu sehen, und nicht ihn. Doch die Worte verfehlen ihre Wirkung, und Ian fühlt sich offensichtlich ziemlich bedrängt.
Er verlangt nach mehr Ehrgeiz bei den Ordnern, sagt aber ausdrücklich, dass er den jungen Herren nicht hinausgeworfen haben will.
Schließlich winkt er Mr. Fanboy doch zu sich, raunt ihm etwas zu. Der Gute, offensichtlich schon ziemlich weggetreten, versteht nicht ganz. Ian weicht zurück, zwei Securities schieben den ver(w)irrten Enthusiasten sanft wieder von der Bühne.
cause the fix, the fix is in
Nach der Unterbrechung geht es wieder gewohnt groovig und bezaubernd weiter, mit annähernder Distanzlosigkeit zwischen Performer und Publikum, mit Corpses In Their Mouths, Waterfall, Illegal Attacks, I Wanna Be Adored, Dolphins Were Monkeys, FEAR,… einer ausgewogenen Mischung aus neuen und alten Stücken, mit Stone Roses-Einsprengseln.
Großartig.
Sprachterroristin, Musikjunkie.
Musikterroristin, Sprachjunkie.
Beschauliches
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