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Muse - Haarp

2008-03-17 14:59:30

  • Muse Haarp Bellamy
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Mittendrin statt nur dabei. Das epochale, alles in den Schatten stellende Wembley-Konzert von Muse gibt es jetzt auch für das Heimkino in Perfektion. Sauerstoffflaschen nicht vergessen!

Musikalisches Understatement?
Bei Muse sucht man danach vergebens. Ambitioniert und mit Hang zum ganz großen Drama, das passt schon eher. Pathos bis zum Himmel, der Kopf hoch in den Wolken, maximale Gefühlskalibrierung, volle Kraft voraus. Wenn Matthew Bellamy seine talentierten Finger flink über das Piano gleitet lässt und dabei auf den Tasten rumklimpert, dann jauchzen und ringen die Fans um Luft.
Die Stimmbänder werden wie immer überstrapaziert, die Gitarren um die Hüften geschnallt und der Sound kommt druckvoll aus den Boxen. Man muss das mögen, entweder ganz oder gar nicht.

Slide-in, Baby


Wie bereits üblich, veröffentlichen Muse erneut eine Live-Zusammenstellung nach einem Studioalbum, doch das letztjährig gefilmte Konzert im wieder eröffneten Wembley-Stadion in London, stellt wohl alles in den Schatten, für was die Briten jemals auf der Bühne standen. FM5 war bei der Vorpräsentation im Wiener Votivkino mit dabei und bekam eine Inszenierung zu Gesicht, die mit Bombast nicht geizt, sondern diesen vorwiegend in den Vordergrund stellt.
Eine schier unglaubliche Show wurde auf die Beine gestellt, an der es kaum etwas auszusetzen gibt. Frenetisch wird die Band von ihren Fans in Empfang genommen, und den Jubel und die Euphorie geben Muse auch gerne zurück.
Die Setlist enthält wie zu erwarten Songs neueren Datums wie das verführerische Supermassive Black Hole, die perfekteste Muse-Single überhaupt, Starlight, oder das episch ausufernde Knights Of Cydonia, sowie alte Gassenhauer der Sorte Time Is Running Out, New Born oder Hysteria.
Natürlich wird man einige Lieblingshits vermissen, aber ist das nicht immer so?

Genau wie die letzten Muse-Alben ist auch Haarp maßlos überladen, doch es macht Spaß zuzugucken, denn so etwas hat man selten gesehen.
Das Bühnenbild ist optisch eine Wucht: Unzählige Videoleinwände, Lichter, die in alle Richtungen und Farben erstrahlen, Feuerwerk, Konfettiregen, von selbst fahrende Gitarrenständer, Gimmicks wie Ballettänzerinnen, die an riesigen Ballons hoch über den Köpfen der Zuschauer sich kunstvoll räkeln.
Es scheint so, als hätten Matthew Bellamy, Dominic Howard und Chris Wohlstenholme alles versucht, um das Konzept hinter ihrem letzten Lonplayer Black Holes & Revelations auf die Bühne zu holen. Man fragt sich, wieviel das gekostet und wer das alles bezalt hat.
Natürlich könnte man das alles als zu viel des Guten abtun, doch das gefilmte Konzert ist derart mitreißend, das Kritik schon an den nachgestellten Satelittenschüsseln abprallt.

Hysteria

Für Muse war dieses an zweit Tagen ausverkaufte Spektakel sicher ein einschneidendes Erlebnis ihrer Karriere, für die Leute die dabei waren sicherlich auch.
Zum Glück hat man das Konzert aufgenommen und sowohl auf CD als auch auf DVD für die Nachwelt festgehalten.

Sollte es Lebewesen auf fremden Planeten geben, dann dürften selbst diese Notiz von der Show genommen haben.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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