2007-04-02 00:11:21
Karl Larsson auf dem Solopfad, der ihn am 05. September auch ins Chelsea führt. Ein Muss für für alle Fans von LAST DAYS OF APRIL - und für eigentlich eh alle.
Über jemanden wie Karl Larsson zu schreiben bedeutet für den Autor wahrscheinlich genau folgendes: Nicht zu wissen, wie man am besten beginnen soll, und vor allem die Gewissheit eine Menge Papier zerknüllen zu müssen, weil die darauf angerissenen Sätze all dem nicht gerecht zu werden scheinen.
Und letztendlich bedeutet das eigentlich nichts anderes, als sich mit einem Artikel zufriedengeben zu müssen, der Karl Larsson ganz einfach nicht gerecht wird. So sieht’s aus im Schneckenhaus.
Karl Larsson kommt also nach Wien, im Gepäck sein Album „Pale As Milk“ – sein Debütalbum, wenn man so will. Für einige Freunde guter Musik vielleicht etwas überraschend, der Solopfad, den er da beschreitet. Schien doch schon Last Days Of April nicht allzu weit von einem Soloprojekt entfernt, war und ist Karl Larsson der federführende Kopf ihres musikalischen Schaffens. Und geht man von den Pressefotos aus, so besteht LDOA eigentlich nur aus Drummer Andreas Fornell und Karl Larsson himself.

Karl Larsson ist dieses Mal ohne seinen Schlagzeuger Andreas Fornell unterwegs.
(Foto: LDOA)
Auch musikalisch mag man durchaus überrascht sein, mit „Pale As Milk“ nicht eine neue Last Days Of April-Platte in Händen zu halten. Denn hört man ihre Alben chronologisch – begonnen bei der „Rainmaker“, die noch recht roh unterwegs ist, ganz besonders die Vocals; dann „Angel Youth“, ein episches Meisterwerk mit den typisch bittersüßen Melodien und Arrangements, die sich wie das Universum unaufhörlich im Raum ausbreiten; als nächstes das Album „Ascend To The Stars“, auf dem sich die Richtung allmählich abzeichnet, die mit „If You Lose It“ endgültig eingeschlagen wird: Indie-Pop in seiner sanftesten Form – dann wäre „Pale As Milk“ als nachfolgendes neues LDOA-Album gar nicht mal unlogisch.
Ein Soloprojekt also, das von Karl Larssons Hauptband nicht unbedingt abweicht. Im Übrigen verwendet er die LDOA-Homepage auch für seine Solozwecke - mag ein weiteres Indiz sein. Dafür hat er aber fast alle Instrumente im Alleingang eingespielt.
Ein möglicher Unterschied zu Last Days Of April: „Pale As Milk“ wirkt etwas weniger melancholisch. Ein bisschen mehr Sonnenschein. Aber so ganz loswerden wird sie Karl Larsson wohl nie, die Melancholie. Denn melancholisch sind sie ja alle, die Schweden.
Gespannt darf man auch sein, welche Musiker ihn auf seiner Tour begleiten. Würde wohl niemanden überraschen, bekannte Gesichter von den LDOA-Gigs auf der Bühne wiederzuerkennen.
Karl Larsson live: 05. September im Chelsea/Wien
Text: Andreas Stückler
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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