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Me Going Down Under: Hobart

2011-06-14 17:06:00

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Ob suicide bomber in dark chocolate, Fish and Chips oder herzige Wombats - Hobart hat für Jedermann etwas Passendes parat.

Böse Zungen behaupten, die Bewohner Tasmaniens haben das gleiche Problem, wie der vom aussterben bedrohte Tasmanische Teufel: einen zu kleinen Genpool. Tatsächlich leben auf der 68.400 km² großen Insel nur etwa eine halbe Million Menschen. Fast die Hälfte davon in der Hauptstadt Hobart, die andere Hälfte teilt sich hauptsächlich auf drei weitere Städte auf und das Innere der Insel ist fast gar nicht besiedelt. Es gibt kaum Zuwanderer, dafür relativ viel Abwanderer und die "Tassies" müssen so manche Witze über zweiköpfige Inzuchtfälle über sich ergehen lassen.

Fishy Business

Doch sollte man sich von solchen Boshaftigkeiten nicht täuschen lassen. Die Hauptstadt Hobart lädt dazu ein, sich auf den ersten Blick in sie zu verlieben. Es wirkt wie ein verträumtes kleines Fischerdorf, das gar nicht so klein ist, wie es anfangs erscheinen mag, zudem ist Hobart ein wahres Paradies für Fischliebhaber. Nicht nur, dass am Hafen exzellente Restaurants darauf warten, besucht zu werden, am Constitution Dock gibt es auch Low-Budget Köstlichkeiten vom Feinsten. Die im Container gelegene Imbissbude Fishy Business verkauft von Fish and Chips über Garnelen bis hin zu Austern alles, was das Feinschmeckerherz begehrt. Der einzige Nachteil: setzt man sich auf eine Bank, um einen leckeren Fishermans Basket zu verspeisen, ist man im Nu von einer ganzen Armee von Möwen umzingelt, die gierig auf ein paar Happen lauern.

Augen auf, wer am Hafen entlang zum Battery Point schlendert. Mit etwas Glück sind dort im Wasser wunderschöne Seesterne zu entdecken.
Battery Point ist der älteste und charmanteste Stadtteil Hobarts auf einem kleinen Hügel mit schmalen Gassen und alten Cottages, kleinen Läden und Cafés. Am Fuße dieses Hügels liegt der Salamanca Place, wo jeden Samstag, umgeben von Sandsteinbauten der weltberühmte Salamanca Market stattfindet. Zahlreiche Stände bieten Lebensmittel, Kunsthandwerk, Kuriositäten und Imbisse an, aber auch musikalische Unterhaltung lädt dazu ein, viele Stunden hier zu verbringen.
Ebenfalls in der Nähe befindet sich die Fähre zum skurrilsten Museum der Welt.

Affenskelett im Schaukelstuhl neben Verdauungsmaschine

Der neuseeländische Multimillionär David Walsh hat Anfang des Jahres aus Jux und Tollerei ein Museum für seine Privatsammlung errichten lassen, das Museum of Old and New Art – MONA. Nun ist dieses Museum aus zweierlei Gründen erwähnenswert. Zum einen ist die Aufmachung des Museums selbst recht spektakulär: ein in die Klippen gehauenes Gebäude, das am besten mit einer Fähre per Wasser erreicht wird, von außen recht schlicht erscheint und von innen zum Staunen zwingt. Statt für Museen charakteristische Beschilderung, erfährt der Besucher nur Informationen über die Kunstwerke, wenn er einen Blick auf seinen, fürs MONA eigens umgebauten, iPod Touch The O-Device – wirft. Interaktiv kann man also herausfinden, wo man sich befindet, von welchen Werken man umgeben ist, dazu gibt's Informationen und Interviews vom Künstler – auf jedem Gerät zum anhören bereit. Vor allem die Kategorien "Art Wank", also Hirnwichsen über Kunst, und "Gonzo" erweisen sich als unterhaltsame Abwechslung zum herkömmlichen Museumsbesuch.
Der zweite Grund, der das MONA so besonders macht ist – Überraschung! – die Kunst selbst, die man hier begutachten kann. Das Ziel Walshs ist es zu provozieren. Es wird gemunkelt, erfährt ein Kunstwerk über The O-Devices zuviel Zustimmung, verschwindet es kurzerhand aus dem Ausstellungsraum. So ist hier Skurriles neben Deftigem anzufinden. Ein Affenskelett im Schaukelstuhl,  ein Selbstmordattentäter in dunkler Schokolade oder eine Verdauungsmaschine, die zweimal täglich gefüttert wird - jeder wird hier etwas finden, das für ihn grenzüberschreitend ist. Die über 2.000 Stücke umfassende Dauerausstellung Monaism oder + x  besteht aus Malerei, Fotos, Filmen, Installationen und Statuen zum Thema Tod (+) und Sex (x). Darunter befinden sich Werke von unbekannten Künstlern, aber auch Damien Hirst, Anselm Kiefer, Sydney Nolan, Wassily Kandinsky und der Österreicher Erwin Wurm sind vertreten. Dazu gibt es zahlreiche antike Stücke ägyptischer Sammlungen. Der Eintritt ist frei.

Beuteltieraction im Wildlife-Sanctuary

Freilich hat Tasmanien aber mehr zu bieten, als umstrittene Kunst und eine traumhafte Fischerdorfidylle. Die Insel ist vor allem bekannt durch seine abwechslungsreiche Tier- und Naturwelt. Nicht weit von Hobart entfernt, befindet sich der Bonorong-Wildlifepark, in dem unter anderem verletzte oder verwaiste Tiere aufgepäppelt und später wieder in die Freiheit entlassen werden. Dabei spezialisieren sich die Volontäre des Tierheims vor allem auf heimische Arten die vom Aussterben bedroht sind, wie der anfangs erwähnte Tasmanische Teufel. Das kleine Beuteltier lebt nur noch auf Tasmanien und ist von einer Krankheit bedroht, die DFTD heißt - Devil Facial Tumour Disease. Es wird vermutet, dass sich die Teufel während ihren Kämpfen um Futter gegenseitig beißen und sich so anstecken. Genaues ist aber nicht bekannt, was es umso schwerer macht, gegen diese Krankheit anzukämpfen. Wer diesem Tier gegenübersteht mag es nicht glauben, doch dem Teufel wird nachgesagt, dass er den stärksten Biss unter den Säugetieren in Relation zu seiner Körpergröße hat. Streicheln auf eigene Gefahr. Bedenkenlos kann dies aber bei anderen Tieren im Bonorong-Park gemacht werden. Der Wombat beispielsweise, ebenfalls ein Beuteltier, lässt - in Anwesenheit seiner Pflegerin – etliche Streicheleinheiten über sich ergehen. Zum Schluss hält sein Hinterteil sogar noch für Demonstrationen her: jeder darf einmal darauf klopfen. Denn ist der Wombat einem natürlichen Feind ausgesetzt streckt er ihm kurzerhand sein Hinterteil hin. Nicht um ihm zu kommunizieren, ihn am Allerwertesten lecken zu können, sondern weil diese Stelle durch dicke Haut, Knorpel und Knochen verstärkt ist, keine Nerven hat und wie ein Panzer wirkt. Kaum bemerken dürfte der Koala den Foto- und Streichelzirkus rund um ihn, zumindest scheint er vom Eukalyptus benebelt und zufrieden. Definitiv an Menschen gewöhnt sind freilaufende Kängurus und Wallabys (Arten aus der Familie der Kängurus), die sich auf die Besucher stürzen um ihnen das für sie bereitgestellte Futter treuherzig aus der Hand zu fressen. Beuteltieraction zum Anfassen. Tasmanien macht eben glücklich.

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AutorInnen

Caroline Kaltenreiner

Caroline Kaltenreiner

...Ich wollte immer eine Prinzessin sein, leider war nur mehr der Part der bösen Hexe frei....

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