Erst am Freitag hat die aus Belgien stammende Band dEUS in der ausverkauften Wiener Arena bewiesen, dass ihr Heimatland mehr zu bieten hat, als Jean-Claude Van Damme, handgeschnitzte Pommes und klasse Bier. Zwei Tage darauf fegt bereits die nächste Band über dieselbe Bühne: die fünf gestylten Jungs von Maximo Park aus Nordengland.
"I'll do graffiti if you sing to me in french, what are we doing here if romance isn't dead" und ähnliche Lautmalereien transportierte Maximo Park-Sänger Paul Smith gestern mit großer Stimme ins junge Wiener Publikum, das Wort für Wort an seinen Lippen hing. „I am young and I am lost“ lautet eine weitere Textzeile, jung ja, aber verloren wirkt der charismatische Jüngling mit dem unverkennbaren Haarpomade-Seitenscheitel in keinster Weise.
Smith, der als letzter zur Band gestoßen ist, war ursprünglich Gitarrist. Da mit Duncan Lloyd dieser Posten aber schon belegt war und keiner der anderen singen wollte, wagte Smith den Griff zum Mikrophon. Ein goldener Griff, wie sich herausstellen sollte, denn die Rolle als unbändig herumtobender Frontman steht ihm ebenso gut, wie sein Maßanzug inklusive Krawatte.
Fashion und Styling spielt bei Maximo Park eine fast ebenso große Rolle wie die Musik selbst, wie Keyboarder Lukas Wooller und Schlagzeuger Tom English mir beim nachmittäglichen Interview verrieten, "We like to look smart for the public. It´s the visual side of pop which is an important part and we take that very seriously”.
Maximo Park schaffen es live, unbändige Energie mit Glamour zu verbinden. Paul Smith ist mit seinen gewagten Luftsprüngen klar der Mittelpunkt, flankiert von Gitarrist Lloyd und Keyboarder Wooller, der mit seinen kantigen Bewegungen und starrem Blick ins Publikum den zweiten optischen Blickfang der Band abgibt. Im Hintergrund sorgen und Tom English, mit seinen kunstvoll vertrackten Rhythmen, und Bassist Archis Tiku für den nötigen Groove- und Dancefaktor.

Mit ihren kurzen, rasch auf den Punkt gebrachten Songs boten Maximo Park ein mitreißendes Set. Einziger Wermutstropfen: Einer Newcomerband, die erst heuer ihr Debütalbum herausgebracht hat, geht naturgemäß bald einmal der Stoff aus. Obwohl sie einiges an neuem Material präsentierten, das in Punkto Eingängigkeit dem bisherigen um nichts nachsteht, war der Spaß bereits nach etwa einer Stunde vorüber. Doch diese hatte es in sich, und da werden sich die im Dezember in Wien aufgeigenden und häufig als „Ziehväter“ von Maximo Park gehandelten Franz Ferdinand ganz schön anstrengen müssen.