2009-07-03 18:13:17
Im Frühjahr dieses Jahres, nach langer Zeit im Musikbusiness, veröffentlichte Maximilian Freudenschuss seine erste Solo-Single. FM5 hörte sich das vielversprechende Werk an.
Maximilian Freudenschuss ist für alle LiebhaberInnen der Wiener Musikszene sicherlich kein unbeschriebenes Blatt. Bekannt ist Freudenschuss aus der musikalischen Zusammenarbeit mit Schwester Ina unter dem Synonym Skizze und als fleißiger Unterstützer und Organisator unterschiedlicher popkultureller Veranstaltungen. Im Frühjahr dieses Jahres veröffentlichte Freundenschuss seine erste Solo-Single, in jedem Fall ein vielversprechendes Werk. Zwei Titel finden sich auf Terror / Karrieren, nämlich "Terror" und "Karrieren / Hey Musikus".
Karriere in der Musikindustrie und Unglücksfall Keith Girdler
Mit der 7" Vinyl-Platte schlägt Maximilian Freudenschuss eine Brücke zwischen klassischem Techno-Pop und moderner Avantgarde. Melancholisch und kritisch beleuchtet der Song "Karrieren / Hey Musikus" die heutige Musikindustrie und vor allem die Menschen in ihr, die sich ihrer verschrieben haben. Aufhänger ist das zunehmende Desinteresse an Musik innerhalb der Industrie selbst, das durch den Anspruch der Musikschaffenden, von ihrer Kunst leben zu wollen, abgelöst wird, wodurch die KünstlerInnen selbst jedoch austauschbar werden. Der dazugehörige Elektro-Pop schwankt zwischen monotonen Stereotypen des Genres und Minimalismus, abgerundet durch eingängige Beats.
"Terror", eine Hommage an den 2007 verstorbenen Blueboy-Sänger Keith Girdler, handelt von der scheinbaren Unmöglichkeit, Exbeziehungen neben neuen Beziehungen weiterzuführen. Der musikalische Rahmen des eher schwermütigen Textes schmiegt sich passend an und wird von Samples aus "Also Ran" von Blueboy abgerundet.
Produktions- und Kollaborationstalent Freudenschuss
Bei der Produktion des kleinen aber feinen 7" Vinyl-Werkes holte sich Maximilian Freudenschuss tatkräftige Unterstützung aus der heimischen und internationalen Künstlerszene. Gerhard Potuznik, ein Urgestein der österreichischen Elektroszene, übernahm gemeinsam mit Freudenschuss die Produktion der Platte. Das Cover wurde von Mark Robinso, Gründer des amerikanischen Teenbeat-Labels und unter anderem Bandmitglied von Air Miami, entworfen.
Trotz der themenspezifischen Monotonie der Platte wirkt das Gesamtwerk keineswegs bedrückend. Freudenschuss schaffte es, mit den beiden Songs auf Terror / Karrieren an die grundlegende ideologische Ausrichtung des Elektro-Pop in seinen Anfängen anzuknüpfen und haucht der heimischen Szene wieder Leben ein. Die 7" Vinyl-Platte, erschienen bei Angelika Köhlermann, stilisiert Elektro-Pop wieder zur lebensweltlichen Ausdrucksform, einem Umstand, der seit einigen Jahren bei vielen MusikerInnen verloren gegangen zu sein scheint. Terror / Karrieren wird dadurch zu einem Muss für alle Elektro-LiebhaberInnen!