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Maths meets Music

2007-10-23 11:34:30

Das heurige Stop Spot!-Festival in Linz ist angetreten, um zum Beispiel das Verhältnis der Mathematik zur Musik zu beleuchten. Der Kurator Anatol Bogendorfer erklärt im Interview die Details.

Musik und Mathematik: Zwei Bereiche, die nicht nur komplexe Strukturen vereint, sondern bisweilen andere Eigenschaften – oder auch nicht. Jedenfalls werden der Mathematiker Reinhard Winkler und der Komponist Thomas Herwig Schuler beim heurigen Stop Spot!-Festival in Linz zu diesem vielseitigen Thema einen Vortrag halten. In musikalischer Hinsicht liest sich das Programm ebenfalls sehr spannend: Dorninger, Eva Massacre, Extra Golden und andere Vertreter der experimentellen Sparte. Im Gespräch mit FM5 erläutert eine Hälfte des Kuratoren-Teams, Anatol Bogendorfer – dem sein Partner Andreas Mayrhofer zur Seite steht – das Festival.

FM5: Inwiefern wird sich das heurige Festival vom letzten schwerpunktmäßig unterscheiden?

Anatol Bogendorfer: Stop.Spot! ist ein kleines, überschaubares Festival, das inhaltlich Bälle aufwirft und musikalisch Querschläge verteilt. Das Festival 2005 beschäftigte sich mit unterschiedlichen Aspekten  der Akustischen Umweltverschmutzung. Wie relevant der öffentliche Raum hinsichtlich Klanggestaltung ist, zeigt ja  u. a. auch die inhaltliche Verwandtschaft zu der musikalischen Ausrichtung der Kulturhauptstadt 2009 in Linz. Wir finden es gut, dass es zu intensiven thematischen Auseinandersetzungen in dieser Stadt kommt.
Heuer spielt Stop.Spot! mit Gesetzmäßigkeiten innerhalb der Umgebung Musik. Wir bearbeiten Mathematik und Gesellschaft, wobei Formeln und Zahlen greifbar sind, während die Regeln innerhalb menschlichen Zusammenlebens rational unfassbar und emotional eigentlich weitestgehend nicht nachvollziehbar sind. So wollen wir auch das Bewusstsein hinsichtlich der Möglichkeit der Überschreitung und Beseitigung von Grenzen zelebrieren.

Worum geht es euch letztendlich bei Stop Spot!?

Mit Stop.Spot! haben wir ein Vehikel, das es uns ermöglicht, ein spannendes Programm abseits von Tourplänen und Mehrheitsinteressen konzentriert auf die Bühne zu bringen. Wir möchten präzise arbeiten, geben alles und wünschen uns, dass auf jede einzelne BesucherIn ein Funken der ursprünglichen Intention überschlägt. Allemal sind uns dabei neun Interessierte lieber als hunderte zu unterhaltende PassivraucherInnen.

Dass Mathematik und Musik ein bisweilen sehr enges Verhältnis einnehmen, werden der Mathematiker Reinhard Winkler und der Komponist Thomas Herwig Schuler konstatieren bzw. erläutern. Könnt ihr da schon vorweg ein paar Details verraten?

Der Mathematiker wird mit Thomas Herwig Schuler spielerisch veranschaulichen, wie formalisiert die musikalische Umwelt sich eigentlich gestaltet. Der inhaltliche Rahmen des Vortrags reicht vom Drei-Viertel-Takt bis zu Blasphemievorwürfen hinsichtlich des Mehrklangs. Lustvoll und lehrreich wird dieser Vortrag; somit das Gegenteil von Schule. Wir bitten alle pünktlich zu kommen.

Das Stop Spot!-Festival wird ja in Linz abgehalten: Was bedeutet euch Linz?

Linz ist ein guter Platz, um in Ruhe arbeiten zu können. Viele engagierte Leute haben hier Wege bereitet und Dinge möglich gemacht. Es wird hier einiges geboten. Sehr viele wache Geister verlassen die Stadt oder verschwinden aus der Öffentlichkeit. Andere wiederum sind prägend über das Einzugsgebiet Linz hinaus. Die Praxis weicht der Theorie, die Stadt ist grau und bunt zugleich. Oberflächlich betrachtet bieten die Sonnen- und Schattenseiten der Provinz aber eine gute Ausgangsposition.

Das Stop Spot!-Festival findet am Freitag, den 26., und am Samstag, den 27. Oktober im Linzer OK Centrum statt. Weitere Informationen sind der Homepage des Festivals zu entnehmen.

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AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

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