2007-04-02 00:13:45
Die neue Maritime Platte ist da! "We, the vehicles" nennt sie sich und ist eine Hymne für Langschläfer, Murmeltiere und für alle sonstigen Faulpelze dieser Welt.
Eine Hymne für Langschläfer, Murmeltiere und alle sonstigen Faulpelze dieser Welt
An Tagen wie diesen, Nebel hängt wie ein Schleier aus Düsternis und Traurigkeit in der Luft, die Bäume verlieren langsam ihr buntes Kleid und werden zu kahlen und farblosen Geschöpfen der Natur…eben genau an solchen Tagen, wo es scheint, als gebe es nicht viel, was aufmuntern könne, legt man die neue Platte von Maritime ein, und siehe da – ein Sonnenstrahl!
„We, the vehicles“ lässt die mürrische Jahreszeit des Herbstes fröhlich, sonnig und leichter ertragbar erscheinen. Mit 11 neuen Songs zwischen Melancholie und Hoffnung, untermalt von feinen Indie-Rock-Klängen und bestimmt von der sanften, etwas rau klingenden Stimme des Sängers Davey von Bohlen holt uns die Musik von Maritime raus aus dem alltäglichen Leben, direkt hinein in unsere Träume.
Davey von Bohlen (Sänger, Gitarrist) und Dan Didier (Schlagzeuger), beide vormals tätig bei The Promise Ring stellten sich nach dem Auflösen der Band 2003 die Frage, "sollen wir weitermachen" bzw. "wie soll es weitergehen?" „Mit 29 bin ich der Jüngste in der Band, aber der Einzige, der verheiratet ist! Naja, aber das hat schon was mit dem Alter zu tun, denn wenn ich eine neue Band starte, plane ich die nächsten 10 Jahre dafür. Und da sollte man vorher schon überlegen, ob man das wirklich möchte.“, meint Davey. Man entschied sich dafür, weiterzumachen und als sich dann Eric Axelson´s Band The Dismemberment Plan auflöste, war auch ein Bassist für die neue Formation gefunden. Obwohl Eric in Washington D.C. lebt, das 14 Stunden von Milwaukee und somit vom Rest der Gruppe entfernt ist, gelang es ihnen via Computer und Internet das grandiose Debütalbum „Glass Floor“ zu produzieren. Sind die Drei somit eine Virtuelle Band? "Nun, wir versuchen, das Virtuelle so gering wie möglich zu halten. Weil die virtuelle Wirklichkeit einen Pferdefuß hat. Nur wenn Du im gleichen Raum wie jemand bist, kann so etwas wie Magie entstehen.", denkt von Bohlen.
„Je größer das Herz, desto schwerer verliebt es sich“
Mit solchen und anderen Zitaten verstehen es die drei Jungs von Maritime mit wenigen Instrumenten (Gitarre, Bass, Schlagzeug) doch schwungvolle Indiepop-Ohrwürmer zu schreiben. Wer Bands wie The Smiths, Badly Drawn Boy oder The Housemartins mag, der wird auch Maritime etwas abgewinnen können. So zum Beispiel auch Doris Dörrie. Sie war von der Musik der Amerikaner so begeistert, dass Sie für ihren Film „Der Fischer und seine Frau“ (mit Christian Ulmen und Alexandra Maria Lara, derzeit im Kino – Anm. der Red.) den Opener von „Glass Floor“ in den Soundtrack zum Film mit aufgenommen hat.
Das Feuer flackert, das Holz knistert und die Flammen verströmen Wärme. So klingen Maritime aus Milwaukee: Wie ein kuscheliger Abend vorm Kamin. Es braucht allerdings drei bis vier Anläufe, damit sich das neue Album „We, the vehicles“ rund, angenehm und wohlig anhört. Nichtsdestotrotz sind es Lieder für kühle Herbsttage, Songs eben, die man zu Hause hört und in denen man sich zu Hause fühlt.
Zu verdanken haben wir es dem deutschen Label Grand Hotel van Cleef, dass Maritime auch bei uns bekannt wurde. Die Labelbetreiber Marcus Wiebusch und Thees Uhlmann (die mit ihren Bands Kettcar und Tomte die Herzen der Fans im deutschsprachigen Raum im Sturm erobert haben) wurden auf die Musiker aufmerksam und wagten mit Maritime erstmals auch Gehversuche im europäischen Raum. Gemeinsam mit Kettcar sind Maritime im November auf Europatournee und besuchen bei dieser Gelegenheit auch am 26.11. das Flex in Wien und am 28.11. das Rockhouse in Salzburg.
Hinschauen, hinhören und verlieben!
Steirerin, 25 Jahre, seit nunmehr 6 Jahren in Wien, studiere Publizistik und schreibe bei FM5 für Musik. Zu finden bin ich bei kleinen und großen netten Konzerten und anderen alternativen Locations.
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