2009-01-25 21:48:57
Das Theater SPIELRAUM macht mit seiner aktuellen Inszenierung „Antigone“ aus der antiken Tragödie ein intimes Kammerspiel.
Als Tochter des Ödipus und der Iokaste hat man es nicht leicht. Vater und Mutter sind eigentlich Mutter und Sohn, die Tragödie nimmt ihren Lauf. Neben einer toten Mutter, kann Antigone noch einen blinden Vater und zwei im Clinch liegende Brüder aufweisen. Bis sich der Streit in einen Bruderkrieg verwandelt. Es müssen beide sterben, jedoch darf einer nicht begraben werden. Ein stabiler Wiederaufbau muss geleistet werden, dem vermeintlichen Angreifer Polyneikes bleibt die Bestattung verwehrt.
Minimalismus im antiken Griechenland
Arenenförmig lädt das Theater SPIELRAUM ein, das Flair des antiken Griechenlands zu genießen. Mit einem minimalistischen Bühnenbild, welches aus vier Hockern besteht, beginnt Nicole Metzgers und Peter Pauszs Inszenierung Antigone. Wie durch Götterhand fällt ein Sack von der Decke, der die Utensilien ins Spiel birgt.
Blau und rot sind die Farben, die gut und böse trennen. Die warmherzige Antigone (Karoline Gans) stets in blau gehüllt, möchte dem Bruder die letzte Ehre erweisen. Dies geschieht gegen den Willen des herrschenden Königs Kreon (Jürgen Pfaffinger), dessen Günstlinge rot tragen. Ein mächtiger Kampf auf verbaler Ebene beginnt, dessen Verlauf nicht wenig beeindruckt.
Als hätten es nicht die Götter bestimmt
Gab es auf der antiken Bühne seit Sophokles drei Schauspieler, so kommt Metzgers und Pauszs Inszenierung mit vier Akteuren aus. Es gilt viele divergente Rollen zu besetzen, was dem Ensemble ausgesprochen harmonisch gelingt.
Sophokles Antigone ist schon längst ihrem antiken Vater entsprungen, zur Vorzeigefigur der klassischen Dichtung und Muse Hölderlins geworden und mittlerweile im 21. Jahrhundert angekommen. Nicole Metzger und Peter Pausz gelingt es einwandfrei den antiken Stoff in ein intimes Kammerspiel zu verwandeln.
Spieltage: 19. Jänner bis 13. Februar, Dienstag bis Samstag, 20 Uhr
Theater SPIELRAUM
Kaiserstraße 46
A-1070 Wien
We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)
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