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Macht Musik schlau?

2009-01-27 13:49:53

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Achtung Mozart, hier geht’s Dir an den Kragen! In seiner neusten Veröffentlichung "Macht Musik schlau?" stellt der Neuropsychologe und Hirnforscher Lutz Jäncke die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse den unzähligen Mythen gegenüber.

Mal liest man es in der Zeitung, mal posaunt es der Radiomoderator in den Äther: Musik kann Krebs heilen, Alzheimer vorbeugen und macht per se intelligent. Immer häufiger wird das Reich der Klänge als potentielles und nebenwirkungsfreies Allheilmittel dargestellt. Da kann es doch kaum verwundern, wenn die halbe Welt mit MP3-Playern durchs Leben geht und eine Kakophonie an Handymusik in der U-Bahn erklingt. Hörbelästigung war gestern, kostenlose Medizin ist heute.

Einmal Cerebrum bitte, aber in Deutsch


Könnte man zumindest meinen. Dass dem doch nicht so ist, erläutert Lutz Jäncke überzeugend und allgemeinverständlich in seinem Buch Macht Musik schlau?. Bevor er allerdings in die eigentliche Thematik einsteigt, gibt der Autor einen Exkurs über die bedeutenden Fortschritte, die in den letzten 15 Jahren die kognitive Hirnforschung revolutioniert haben. Erst dadurch wurde es nämlich überhaupt möglich, die Zusammenhänge zwischen Musik und der Gehirnleistung offenzulegen und wissenschaftlich nachzuweisen. Wer hierbei einen Wust aus Fremdwörtern erwartet, sieht sich jedoch getäuscht. Alle Fachbegriffe wurden ins Deutsche übertragen, so dass das Buch keineswegs nur für Fachleute lesbar ist, sondern auch jedem thematisch Interessierten die Möglichkeit bietet, sich mit dem neusten Stand der Forschung vertraut zu machen.

Von A bis Z, Zusammenfassung inklusive


Von grundlegenden Fragen wie der Verarbeitung von Musik im Gehirn über die enge Verknüpfung von Musik und Sprache bis zum Spezialfall Mozart-Effekt, arbeitet sich Jäncke quer durch die Forschungsergebnisse der letzten Jahre. Wer sich aber nicht en detail mit der ganzen Bandbreite der Thematik beschäftigen möchte und der endlosen Auseinandersetzung mit der Korrektheit und Bedeutung einzelner Studien müde geworden ist, kann bequem an das jeweilige Kapitelende springen, wo eine Zusammenfassung auf wenigen Seiten nochmals die wichtigsten Punkte aufgreift. Dadurch ist das Lesen unabhängig von der Abfolge des Buches möglich und wahrscheinlich auch gewollt.

Mozart bringts nicht?!


Aufgrund dieser Themenvielfalt lassen sich auch eine ganze Reihe an Schlussfolgerungen ziehen, die in Richtung Pädagogik, Musikwissenschaft, Hirnforschung und Psychologie aber durchaus auch auf den interessierten Laien zielen. Letztlich sollte am Ende der Lektüre jedeR die Wirkung von Musik auf das Gehirn und die Begrenztheit ihrer sinnvollen Verwendung im alltäglichen Leben ein bisschen besser verstanden haben. Eine Erkenntnis des Buches sei aber schon hier vorweggenommen: Mozart hören macht nicht intelligent. Lohnenswert ist es aber trotzdem.

Macht Musik schlau? von Lutz Jäncke ist im Verlag Hans Huber erschienen und im Buchhandel erhältlich.

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