LOXODROME aus Pettenbach gelten längst weit über die Landesgrenzen Oberösterreichs hinaus als ein verläßlicher Garant für energische und mitreißende Performances: Derzeit ist die Formation auf dem besten Weg, auch international Fuß zu fassen.
FM5: Loxodrome formierten sich bereits im Sommer 1999. Wie verlief die Frühphase der Bandgeschichte und warum habt ihr euch einst für den Begriff Loxodrome als Bandnamen entschieden?
Paul Ablinger (Bass): Es hat ja eigentlich schon ein paar Jahre früher begonnen. Wir waren damals zwar erst 17, hatten aber schon vorher zwei kleinere Bandprojekte. Nach deren Auflösung haben wir mit Loxodrome in der heutigen Form oder besser in der Urform begonnen. Von diesem Original sind heute nur noch Michi, unser Sänger, und ich übrig geblieben. Aufgrund der Einbindung in die Pettenbacher „Szene“ und vorheriger Erfahrungen lief da schon alles halbwegs professionell. Also wenn man das in dieser frühen Phase schon sagen kann.
Der Name war dann schon eine schwerere Geburt. Da lagen wochenlang diverse Wörterbücher, Lexika etc. im Probraum herum. Irgendwann hats geheißen: „So ich mach die Augen zu und zeige mit dem Finger auf irgend ein Wort im Wörterbuch, das wird dann der Bandname.“ Aber „Faschist“ haben wir dann doch nicht so gut gefunden.
Wie würdet ihr euren Stil definieren bzw. welche Formationen könnt ihr als eure wesentlichen Haupteinflüsse anführen?
Stildefinitionen sind uns ja immer grundsätzlich ein Graus. Wenn unbedingt eine Bezeichnung notwendig ist, dann verwenden wir derzeit Groove Core. Aber im Grunde ist es einfach Musik mit schweren Gitarren. Der Mensch merkt hoffentlich, dass sie mit viel Herzblut geschrieben und gespielt wird. Wir machen einfach das was uns gefällt und Spaß macht. Die Frage nach den wesentlichen Haupteinflüssen ist schon leichter zu beantworten: Deftones, Rage Against the Machine, Korn, Cleareol, Infernal, Tool, Life of Agony, Faith No More, um nur die Wichtigsten zu nennen.
Bislang sind neben einigen Demos zwei Full-Lenght-Alben von euch erwerbbar: Down to earth (2004) und State of the union speech (2005). Wie steht ihr aus heutiger Sicht zu diesen Outputs und wie fielen die medialen Reaktionen aus?
Zu erwähnen ist vielleicht auch noch die Willed-EP von 2001 mit der wir es in die FM4-Rotation geschafft haben.
Aus heutiger Sicht würden wir bei den Alben wohl vieles ändern. Insbesonders die Qualität der Produktion von Down to earth würden wir heute gerne anders haben. Aber wer weiß, wo und wie wir aufgenommen haben, hört die Platte mit anderen Ohren. Wir sehen diese CDs als das, was sie sind, nämlich für unser damaliges Level repräsentativ und können somit ganz zufrieden sein.
Auch das mediale Feedback war ziemlich gut. Die meisten Reviews sind eh via Website abrufbar, da kann sich jedeR selbst ein Bild machen.
Welche Themen behandeln eure Texte bzw. handelt es sich bei State of the union speech eigentlich um ein Konzeptalbum?
Das wär jetzt zwar eigentlich eine Frage an unseren Sänger und Texter Michi, aber ich denke halbwegs kann ich das auch beantworten. Er verarbeitet meist seine aktuellen Erlebnisse, Gefühle, etc. das kann von Politik bis Liebe gehen. Ein Song der wohl am nächsten Album sein wird - Good Bye - ist zum Beispiel an eine Freundin der Band gerichtet, die vor eineinhalb Jahren von einem Wahnsinnigen erstochen wurde.
Da State of the union speech schon vor etwa zwei Jahren erschien ist, laufen natürlich die Vorbereitungen für das nächste Album auf Hochtouren. In welche Richtung tendieren die neuen Stücke bzw. in wie weit bringt auch der Neo-Gitarrist Phil neue Einflüsse in euren Sound ein?
Ich denke die Stücke sind jetzt wesentlich ausgefeilter, ein wenig mehr Melodie und auch Gitarrensoli gibt es diesmal. Hier bringt sich Phil schon ziemlich stark ein. Man merkt natürlich, dass da jetzt jemand anderer Gitarre spielt, der Grundcharakter bleibt aber doch der groovig-fette Loxodrome Sound.
Mittlerweile könnt ihr mit Stolz auf zahlreiche kleinere Tourneen in Ländern wie Deutschland, Ungarn oder auch England verweisen. Wie reagiert das Publikum in diesen Staaten auf eure Darbietungen bzw. wie kamen diese überhaupt zustande?
Kontakte in die genannten Länder bestehen ja schon länger. ZumTeil durch unsere Labels, zum Teil über Agenturen und Partnerschaften mit unserer österreichischen Agentur TripleCore:Music. Besonders wichtig für uns sind auch die Freundschaften mit anderen Bands. Ohne viel persönliches Engagement kommen aber trotzdem keine Konzerte dort zustande. Die Resonanz bei den Auslandskonzerten ist aber durchwegs positiv bis enthusiastisch und so ist es für uns wesentlich leichter weitere Konzerte zu bekommen, wenn wir erst einmal eines gespielt haben.
Kürzlich absolvierten Loxodrome eine Tour in Polen, Estland und Litauen. Vielleicht kannst du uns ein paar Eindrücke dieser eben erst abgelaufenen Tour schildern.
Ja, die Osteuropa Tour war ein besonderes Highlight und bestätigt auch das vorher gesagte. Die Shows waren wirklich phantastisch. Extrem nette Leute, super Organisation und vor allem ein Publikum das wirklich Spaß an der Musik hat und das auch gerne und offen zeigt. Die sind immer richtig abgegangen! Und wollen uns außerdem unbedingt im Frühjahr wieder haben. Da sagen wir natürlich nicht nein!
Saugeil war dann noch das Konzert in einer litauischen Schule. Die hatten uns in einem Wettbewerb zwischen den Schulen der Stadt „gewonnen“ mit über 10.000 Stimmen. Dementsprechend war dann auch unser Konzert dort.
Welche Länder plant ihr demnächst zu beehren bzw. wie lauten eure weiteren Pläne bzw. Vorsätze für das Jahr 2008?
Im Zuge der Veröffentlichung des neuen Albums planen wir eine Tour bei der es Konzerte in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, England, den Niederlanden und auch wieder in Osteuropa geben soll. Fixiert ist aber noch nicht alles. Zusammengefasst kann man über unsere Vorsätze also sagen: ein Album raus bringen und uns den Hintern wund spielen.
Loxodrome kommen ja aus Pettenbach - Bezirk Kirchdorf in OÖ - das gemeinsam mit der Nachbargemeinde Vorchdorf über eine überaus lebendige Szene verfügt. Seit einiger Zeit bereichert das JUZ Bauhof, wo schon Acts wie Slut und Russkaja spielten, das kulturelle Leben in der Marktgemeinde Pettenbach. Auch die Sun Projects-Studios, wo die Mitglieder Band Incorporated maßgeblich beteiligt sind, stellen sich in den Dienst der heimischen Szene.
Wie erklärt ihr euch die Tatsache, dass gerade in der Gegend um Pettenbach bzw. Vorchdorf so viele erstklassige Bands wie Cleareol, Incorporated, Desperate Cry, Appendix, Zombiefied oder eben ihr, um nur einige zu nennen, existier(t)en?
Also eine Erklärung warum das angefangen hat, haben wir nicht wirklich. Es gibt und gab halt unzählige Bands und auch extrem viel engagierte Leute die geschaut haben, dass sich bei uns in der Region was tut. Das alles hat sich dann immer mehr gegenseitig gepusht und das dabei entwickelte Know-How wurde dann auch weitergegeben und ausgebaut. Gleichzeitig hat sich auch eine ziemliche Infrastruktur entwickelt, die natürlich das Entstehen von weiteren Bands noch mehr fördert. Es gibt auch schon wieder einige neue Bands und die profitieren vom JUZ, von Sun Projects, vom Müh Fest, von der Arbeit der Kulturvereine. Aber die Entwicklung geht weiter. Wir versuchen jetzt gerade auch das TripleCore:Studio zu etablieren, die Videoproduktion von Sun hat es jetzt schon in die GOTV Charts geschafft, usw. Da sieht man noch lange kein Ende.
Auch ihr seid abseits eurer Bandaktivität sehr in der Szene aktiv. Jährlich veranstaltet ihr u.a. das äußerst beliebte Müh-Fest, beispielsweise mit Bands wie Texta, und betreibt mit Triple Core Music sogar eine eigene kleine, aber feine Agentur, die sich um Management- und Booking-Angelegenheiten kümmert. Was treibt euch an sich so für die Szene zu engagieren bzw. was war für euch die Initialzündung Musik zu machen und auch selbst Konzerte zu organisieren?
Der erste Antrieb ist natürlich der Spaß, ohne den geht's nicht. Warum wir genau mit einer Band anfingen weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Es gab einfach viele und wir fanden das gut. Wobei wir das damals mit 12, 13 Jahren noch gar nicht so mitbekamen. Zu veranstalten haben wir begonnen um uns selbst Konzerte zu verschaffen und um gute Partys feiern zu können. Die Bookings und Management Geschichte haben wir begonnen, weil wir von einer derartigen Agentur ziemlich beschissen wurden und wir uns über die Jahre doch einiges an Wissen angeeignet hatten um das professionell selber betreiben zu können. Inzwischen versuchen wir wie bereits erwähnt auch ein Studio für junge Bands mit kleinem Budget zu etablieren, um denen günstig gute Demoproduktionen zu ermöglichen. Es hat sich eben Alles entwickelt, es ist ständig gewachsen und wächst immer noch.
Danke für das Interview. Last words?
Wenn du uns bzw. unserer Region schon so Honig lobst, muss man natürlich auch dich und deinesgleichen hervorheben. Gibt leider viel zu Wenige die sich für die österreichische und vor allem lokale Szene den sprichwörtlichen A aufreißen. Insbesondere für die, die nicht aus Wien stammen.
Herkunft: OÖ; Schwerpunkte: Musik, Politik, Fußball
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Soo supi!!!
ICH LIEBE LOXODROME!!!
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