2007-04-02 00:15:34
...oder doch eher viel Lärm um nichts?
Der neue Serien-Hype aus den USA heißt seit Neuestem „The L-Word- Wenn Frauen Frauen lieben“. Wieder geht es um eine gestylte Frauenclique in einer Großstadt und abermals wird das Thema Sex groß geschrieben. Ein wesentlicher Unterschied zu dem Quotenerfolg „Sex And The City“ ist jedoch der, dass sich die ganzen Geschichten in der Serie um lesbische Frauen drehen und für Männerthemen eigentlich kaum Platz bleibt. „Same Sex, different City“, so der Werbeslogan zur Serie.
Der neue Serien-Hype aus den USA heißt „The L-Word - Wenn Frauen Frauen lieben“. Wieder geht es um eine gestylte Frauenclique in einer Großstadt und abermals wird das Thema Sex groß geschrieben. Der wesentliche Unterschied zu dem Quotenerfolg „Sex And The City“ ist jedoch der, dass sich die ganzen Geschichten in der Serie um lesbische Frauen drehen und für Männerthemen eigentlich kaum Platz bleibt. „Same Sex, different City“, so der Werbeslogan zur Serie.
die Zeit ist reif
War es bei „Sex and the City“ noch der zügellose und offene Umgang mit der weiblichen, allerdings heterosexuellen Sexualität, die für einen „Tabubruch“ und zum Teil entsetzte Gesichter sorgte, ist nun mit der „The L-Word“ eine neue Trendwende zu verzeichnen. Während schwulen Charakteren schon seit einiger Zeit Platz in der medialen Welt des Fernsehens und des Kinos eingeräumt wurde, beispielsweise bei „Queer as Folk“ oder in Spielfilmen wie „Brokeback Mountain", waren die Produzenten und Fernsehanstalten was das Thema Lesben anging, eher immer zurückhaltend. Im deutschen Fernsehen gerade erst gestartet, läuft die Serie in den USA schon länger als voller Erfolg und mit großer Fangemeinde.
L wie Liebe, Lust, Lügen, Lachen und Leidenschaft…
Führt man den Vergleich zu „Sex and the City" weiter, sind auch thematische Unterschiede zu erkennen. Obwohl auch in dieser US-Serie das Thema Sex einen großen Stellenwert hat, werden ebenso alltägliche, unaufgeregte Themen und Probleme von Lesben, deren Freuden und Leiden behandelt. Dass durchaus nicht an sexuellem Inhalt gespart wurde lässt vermuten dazu, dass nicht nur Frauen, sondern auch heterosexuelle Männer angesprochen werden sollen. Auch von den Charakteren her deckt die Serie eine relativ große Bandbreite ab. Vom Äußeren her jedoch entsprechen sie alle einem gewissen Schönheitsideal. Einerseits ruft jene mangelnde Entsprechung mit der Realität Kritiker auf den Plan, anderseits hilft es nach Meinung der Grünen-Abgeordneten Lunacek auch, Vorurteile abzubauen. Gemeint ist die Vorstellung, dass nur solche Frauen lesbisch sind, die keinen Mann abbekommen.
Quotenbringer
Die Quoten des Auftaktes der Serie auf dem deutschen Privatsender sahen bereits sehr vielversprechend aus. Stolze 145.000 Zuchauer verfolgten die Serie am Dienstagabend. Auch für den ORF war die Sendung ursprünglich eingeplant, doch dieser zog die Zusage für „The L-Word“ kurzfristig wieder zurück. Dier Begründung: Es gebe keinen geeigneten Sendeplatz dafür. Mutmaßungen zu Folge, war die Serie dem ORF jedoch zu gewagt.
Zwiegespalten
Ob die Serie tatsächlich mit Tabus brechen und sensibilisieren wird, ist abzuwarten. Kritiker bemängeln, dass die Serie zu wenig Tiefgang beweist und wohl kaum gegen Diskriminierung ankämpfen könne. Trotz einiger Skeptiker, wird die Serie aber größtenteils positiv aufgenommen, besonders weil laut Befürwortern auch kritische Motive angesprochen werden. Auch für den Stern ist „The L- Word“ mehr als qualitativ gute Unterhaltung und überraschend emotional. Auch die Grünen-Abgeornete Lunacek hat sich im Standard als Fan geoutet und verweist auf die liebevolle Zeichnung der Charaktere und die gute Themenwahl. Als weiteres Argument wird angeführt, dass homosexuelle Frauen nun endlich auch eine Serie haben, in der sie sich mit der einen oder anderen Person oder Situation identifizieren können. Natürlich gehen wie bei anderen Serien auch bei „The L-Word“ die Meinungen stark auseinander. Aber was wäre eine Serie ohne Kontroversen?
Sorge dich nicht um das was kommen mag, weine nicht um das was vergeht, aber sorge, dich nicht selbst zu verlieren, und weine, wenn du dahintreibst im Strome der Zeit, ohne den Himmel in dir zu tragen. (Friedrich Schleiermacher)
Newsfeed von Judith Drexler abonnieren