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Leave your country!

2009-03-06 15:06:10

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Austria is too small for me: 5 Gründe, Österreich schnellstens zu verlassen, aus dem Ärmel geschüttelt.

1 - Klima:
Gut, klimamäßig hat Österreich im Vergleich zu Sibirien oder Alaska sicher die besseren Karten, aber im Ernst: Dieses saublöde Wetter da draußen jeden Tag (einmal Regen, einmal Schnee, einmal Nebel, sowieso immer kalt und bewölkt) geht doch auf keine Kuhhaut!

Und ich meine jetzt nicht nur die aktuelle Jahreszeit, auch der Sommer (sprich: Temperaturen im 30 Grad-Bereich) lässt sich hierzulande höchstens eine Woche lang blicken. Während andere Länder mit mindestens 300 Sonnentagen pro Jahr gesegnet sind, schaut unsereiner stets blöd aus der Wäsche. Wundert es da ernsthaft jemanden, dass Herr und Frau ÖsterreicherIn im Normalfall eher grantige Figuren sind?

2 - Politik:
Natürlich, bei diesem Punkt lässt sich schnell einwenden, auch andere Staaten haben schlechte, unfähige PolitikerInnen an der Spitze – Obama gibt es halt nur einmal – und jede Bevölkerung verdient die Regierung die sie hat, dennoch: Warum beschleicht mich immer wieder ein ungutes Gefühl, besonders an diesem Fleckchen Erde die dümmsten Parlamentarier sitzen zu haben? Aber abgesehen davon ist Österreich ein rechts schönes Land, nicht?!

3 - TV:
Nein, nein, keine Angst, das soll hier nicht zu einem ORF-Bashing ausarten – wieso denn auch? – , nervtötend ist in diesem Land (nicht nur in diesem, aber auch) bloß der (Nicht-)Umgang mit der englischen Sprache. Es genügt, ein TV-Kastl einzuschalten  und man stellt fest, dass nicht nur Eddie Murphy und Adam Sandler mit Synchronstimme ein Garant für Kopfweh sind, sondern muss auch noch erkennen, dass sich eine Fernsehkultur wie sie in Holland oder Schweden ganz selbstverständlich zu sein scheint, ganz einfach als unmöglich erweist.

In den zuvor genannten Ländern gibt es nämlich zum Beispiel keine Synchronisationen, sondern die englischsprachigen Filme laufen ganz normal über die Flimmerkiste – dass man auf diese Art Englisch deutlich schneller lernt, geschenkt. Cineasten werden wissen, dass dieser Vorgang den kompletten Film zerstört. Doch, Gott sei Dank, wir stehen nicht alleine da: Dieses Problem hat auch unser großer Bruder Deutschland.

4 - Fußball:
Österreich und Fußball, dass ich nicht lache! Was sagt es über den geistigen Zustand eines Landes aus, wenn Personen wie L.W. oder D.C. über die ballesterischen Geschicke entscheiden dürfen? Was hat es außerdem zu bedeuten, wenn Fußball als Sport sowie als philosophische Grundbetrachtung des Lebens, derart ungekonnt rezipiert als auch rezensiert wird?

Vor allem journalistisch mangelt es an integren SpezialistInnen, bis auf ein paar wertvolle Magazine wie NullAcht oder Ballesterer tritt man auf der Stelle. Generell lässt sich wohl sagen, dass in good ol' Austria diese schönste aller Sportarten – nicht wie in Deutschland, England oder Italien von intellektuellen Querdenkern verharmlost – nicht wahrgenommen wird, als lächerlich, gar „proletarisch“ abgetan wird. Ein Klaus Theweleit könnte tagelang über die Bedeutung des runden Leders in Zusammenhang mit geisteswissenschaftlichen Aspekten sprechen.

Es gibt kein anderes Land, in dem Fußball so sträflich behandelt (eigentlich misshandelt) wird, in dem immer noch die alte Generation das Sagen hat, die medial (Stichwort „Experten“) wie die Kaiser empfangen werden, und in dem vor allem ahnungs- und konzeptlose Provinzkaiser auf die Lederwuchtel losgelassen werden.

Nebenbei ist die herrlich britische Synthese aus Fußball und Popkultur nirgendwo so unvereinbar, im hehren Pop-Universum verhaftete Vereine wie FC St. Pauli oder Olympique Marseille sind und bleiben ein Wunschtraum.

5 - Provinzloch:
Kommt es nur mir so vor? Mir erscheint hier alles, egal in welchem Kontext, so lächerlich. Die Klischees der Skifahrer-Nation passen überdies wie die Faust aufs Auge, alles wirkt wie aus einem derben Provinzroman. Wie auch immer, irgendwas fehlt.

Jössas, liest sich da etwa ein gewisses Minderwertigkeitsgefühl heraus?

Zwischen Größenwahn und Depression?

Oder gar nur ein kleiner Kulturpessimismus?

Jammern und raunzen auf hohem Niveau?

Ich weiß es nicht.

Aber wie singen Jeans Team so schön: „Du wirst dich verändern in all diesen Ländern.“ (Das Zelt)

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AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

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