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2008-04-22 20:55:41

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Video killed the DVD-Star. Michel Gondry zeigt in Abgedreht (Be kind rewind), dass Videokassetten ganz und gar nicht out sind.

Die Videothek wird ihrem Namen immer untreuer. Schon längst gibt es kaum mehr Videos in ihren Regalen. Die silberne, glänzende Scheibe hat das ausleiernde Band beinahe komplett ersetzt. Wäre da nicht der kleine Laden „Be kind rewind“ in Passaic. Mr. Fletchers (Danny Glover) Videothek hat neben sinkenden Verkaufszahlen auch mit einem verwirrt tapsigen Jack Black zu kämpfen. Als dieser auch noch magnetisch wird und alle Videos löscht, ist das Chaos komplett.

Geschwedete Filme

Die Protagonisten in Michel Gondrys Abgedreht sind auch im Musikbusiness bekannte Namen. Jack Black, der schon mit School of Rock eine Hommage an den Rock’n’Roll vollführte, ist Sänger der amerikanischen Band Tenacious D. Mos Def kennt man als Rapper aus der Hip Hop Szene, der sich in seinen progressiven Texten auch kritisch gegenüber George W. Bushs politisches Handeln äußert.

In Abgedreht geben die beiden ein Klamauk-Duo im Stil von Dick und Doof. Der Schrottplatzbewohner und Kraftwerksaboteur Jerry (Black) gerät bei seinem todsicheren Plan, die bösen Mikrowellen der Anlage endlich zu besiegen, in einen starken Magneten und löscht so aufgeladen beim nächsten Videotheksbesuch versehentlich alle Videos. Der Besitzer des Geschäfts ist gerade auf Reisen und sein Mitarbeiter Mike (Mos Def) braucht nun schnell eine Idee, um die von der Kundschaft gewünschten Filme zu ersetzen. Also beginnt das Duo kurzerhand, diese zu schweden.

Goldene Zeiten

Schweden bedeutet im Abgedreht-Jargon Hollywoodstreifen sehr verkürzt, mit einfachen und witzigen Mitteln nachzustellen. Innerhalb eines halben Tages gelingt es Mike und Jerry, ein Remake von Ghostbusters zu drehen. Der Film kommt an, die Nachfrage wächst stetig. Die erhöhten Verleihgebühren und immer mehr begeisterte Kunden, die selbst in den Filmen mitspielen dürfen, bringen Geld ein, das das abrissgefährdete Haus, in dem sich die Videothek befindet, retten könnte.

Im Schnelldurchlauf lernen wir Klassiker wie Robocop, Der König der Löwen und Miss Daisy und ihr Chauffeur von einer anderen Seite kennen. Michel Gondry weiß, was das Publikum sehen möchte. Seine Besetzung ist genauso erlesen, wie gelungen. Jack Black und Mos Def macht es sichtlich Spaß, einfältige Kontrahenten zu spielen. Auch die Nebenrollen wirken gekonnt und selbstironisch besetzt. So sehen wir Mia Farrow als gute Samariterin von einer Horde Kinder umgeben oder Sigourney Weaver als tückische Filmfirmenvertreterin.

Fazit


Michel Gondry schafft mit Abgedreht eine gekonnte Hommage an die Blockbuster der letzten Jahre und an die schon fast vergessenen Gattung der Videokassette. Schade, dass uns seine Version von Zurück in die Zukunft aus rechtlichen Gründen verwehrt bleiben musste.

Der eigene Film, den das Viertel am Ende gemeinsam dreht, um das Haus und die Videothek zu retten, strotzt vor Freude am Filmemachen. Der Film wird zum Kommunikationsmittel, zum Ausbruch aus der Monotonie des Kleinstadtalltags. In den Herzen dieser Menschen lebt das veralterte Videoband noch. Und der Klang der Spule im Videorekorder verklingt langsam im Ohr des Publikums...

Filmstart in Österreich: 25. April 2008

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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