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Kunst, Wissenschaft und Körperarbeit

2011-10-24 11:52:17

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Vom Kampfsport über Flashmobs zum Gesang: Der Verein Akunstarena wagt einen neuartigen Zugang zu Kunst und Körper.

Entdeckung und Entwicklung der Gemeinsamkeiten in Kunst, Wissenschaft und Körperarbeit  sowie Fort- und Weiterbildung der persönlichen Entwicklung: Ein außergewöhnliches Ziel, das sich Obmann Martin Miedler mit seinem Verein Akunstarena gesteckt hat. Bereits die Dechiffrierung des Namens lässt erahnen, dass es sich hier um ein besonderes Projekt handelt. Das "A" ersetzt das hochdeutsche "eine" und ist eine Huldigung an den typischen Wiener Dialekt, aber auch die Stadt an sich. Das Wort "Kunst" im Vereinsnamen ist relativ weit gefasst und laut Miedler eher im Sinne der Beschäftigung mit dem eigenen Sein zu verstehen. "Arena" soll ein Verweis auf die öffentliche Plattform sein, die jeder Interessierte in seinem Sinne zum Austausch nutzen kann.

Kampfsport als innere Erfahrung

Beispiel gefällig? Als Experte für Svarga, einer aus dem russischen Raum stammenden Kampfsportart, versucht Obmann Miedler Selbstverteidigung mit dem harmonischen Zusammenspiel zwischen physischem Körper, Geist und Seele zu vereinen. "Svarga führt zur Erfahrung des Zustandes des Loslassens, lehrt die Lenkung der Aufmerksamkeit des Gegners und führt zu tiefer innerer Dankbarkeit." Aus dieser Idee heraus möchte er ganzheitliche Ansätze auch für andere Bereiche entwickeln und eigene Erkenntnisse darauf übertragen. Dabei sollen vor allem zementierte Wahrheiten hinterfragt werden. "Der innere Drang, die verschiedenen Dinge immer wieder aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und zu beobachten sowie daraus zu lernen", ist ihm ein Hauptanliegen.

Parallelen und Penzing

Dass dieser Weg vielversprechend ist, entdeckte Martin Miedler zusammen mit seiner Frau, der Sopranistin Olga Bolgari. Er als Kampfsportler stellte erstaunliche Parallelen in den Bereichen Spannungstechnik und Bewegungslehre fest, die auch sie als Sängerin an ihre Schüler weitergab. Fortan versuchten die beiden bei Workshops die Prinzipien des jeweils anderen Gebiets zu nutzen und in die eigene Arbeit zu integrieren. Positive Rückmeldungen bewogen die beiden dann, zusammen mit anderen Mitstreitern wie Albert Kessler und seiner Frau Nele Moser, einen eigenen Verein zu gründen. 2010 wurde Akunstarena aus der Taufe gehoben; erste Projekte konnten realisiert werden.

Mit einer besonderen Kunstaktion will der Verein nun verstärkt auf sich aufmerksam machen. Statt den Pirates of Penzance von Gilbert & Sullivan gibt es am 26. Oktober die Pirates of Penzing zu bewundern. An mehreren Orten des 14. Wiener Gemeindebezirks sollen freibeuterische Flashmobs stattfinden. Mit diesen Aktionen möchte der stellvertretende Obmann Ariel Kessler auf das grenzenlose Potential des öffentlichen Raums aufmerksam machen und die festgefahrene Klassifizierung von Kunst in Österreich auflösen. Genaueres lässt sich über die düsteren Kanäle der Social Media unter dem Stichwort "Friends of Penzing" recherchieren.

Akunstarena-Chor

Außerdem startet ab 16. Oktober der Akunstarena-Chor, der immer sonntags von 17 – 18.30 Uhr probt. Speziell Eltern mit ihren Kindern sind dazu eingeladen, gemeinsam (Advent-)Lieder von Klassik bis Moderne sowie Mantras zu entdecken. „Durch das Singen soll eine Einheit entstehen, die dann auch für das Publikum spürbar wird und auf dieses übergehen kann“, macht Chorleiterin Olga Bolgari ihre Intention deutlich. Aber auch Spaß und Freude sollen nicht zu kurz kommen, wenn die Ergebnisse der Arbeit am 28. November und 9. Dezember der Öffentlichkeit präsentiert werden. Denn auch dafür möchte der Verein stehen, wie Martin Miedler versichert. Für experimentierfreudige und offene Menschen könnte die Akunstarena also der richtige Ansprechpartner zur persönlichen Weiterentwicklung sein. Für alle anderen bleibt immer noch der Weg zu traditionelleren Institutionen.

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