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Krimi, Küche, Kulinarik

2008-09-29 15:11:32

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Eva Rossmanns zehnter Kriminalroman "Die Russen kommen" bietet keine Überraschungen. Für einen entspannenden Abend und Mira-Valenksy Liebhaber ist er trotzdem genau das Richtige.

"Unglaublich! Jetzt ist das schon mein zehnter Krimi. Aber jedes Jahr einer – das geht sich leicht aus." Die 46-jährige Grazerin sitzt auf dem Podium im Wiener Ost Club und lächelt den rund 200 Gästen zu. Im kleinen Saal ist kein Platz mehr frei: Auf den gepolsterten Sitzbänken mit russischen Stickereien und auf den hohen Barhockern mit Lederbezug sitzen dicht gedrängt die ersten stolzen Besitzer des exklusiv verkauften neuen "Mira-Valenksy-Krimis". Eilig verteilen die KellnerInnen die letzten Gläser gefüllt mit prickelnden Rossmann Prosecco – natürlich gratis für die Gäste, die gespannt auf den Beginn der Veranstaltung warten: Eva Rossman stellt ihren neuesten Krimi Die Russen kommen vor.

Dass sich das Schreiben von Kriminalromanen und Drehbücher für SOKO Kitzbühl für die staatlich geprüfte Köchin neben ihrer Arbeit im Gasthaus Zur Alten Schule ihres Freundes Manfred Buchinger "leicht ausgeht", hat sie vor allem ihren Freunden zu verdanken: "Ohne Schuschi wäre mein neuestes Buch Die Russen kommen nie zustande gekommen." "Schuschi" – damit ist die ORF Korrespondentin Susanne Scholl gemeint – ist auch heute gekommen. Gemeinsam mit ihrer Freundin plaudert Rossmann nach ihrer Lesung über reiche Russen, ihren Moskau Aufenthalt und eigenartige Vorfälle in düsteren Stadtparks. Kein Wunder, dass man all diese Eindrücke in ihrem neuen Kriminalroman nachlesen kann. "Ich bin am Leben, das ist meine Inspirationsquelle", so die Autorin. "Mir begegnet ständig etwas, das mich inspiriert - ohne dass ich gezielt danach suche."

Viel autobiographischer Einfluss


Genauso wie die Autorin scheinbar über Stoff für ihre Krimis stolpert, so wird auch die Protagonistin des mittlerweile zehnten Mira-Valensky- Krimis immer wieder in Mord, Totschlag und Intrigen verwickelt. In Die Russen kommen erregen diesmal die Gäste aus dem Osten die Aufmerksamkeit der Protagonistin. Ähnlich wie schon in den neun Romanen zuvor gerät die Journalistin Mira Valensky wegen einer Recherche für eine zunächst "harmlose" Reportage auf eine heiße Spur, die schließlich zu einem mysteriösen Mord führt: Mit dem Tod eines Oligarchen auf einer Dachterrasse am Wiener Graben bekommt Miras Reportage nicht nur viel Platz im Magazin sondern die Protagonistin wird damit auch "unfreiwillig" in ihren zehnten Fall  verwickelt. Wie immer kann Mira auf die Hilfe der Putzfrauenconnections ihrer Freundin Vesna vertrauen. Gemeinsam ist das Team den offiziellen Ermittlern ein Stück weit voraus; der Ortswechsel zwischen Arlberg, Wien und Moskau bringt Schwung in die sonst eher harmlose Geschichte. Das Grundgerüst des Krimis ähnelt dem der anderen neun Krimis: Miras gierige Katze "Gismo" frisst zu viel schwarze Oliven und auch kurzweilige Krisen mit Miras Lebensgefährten Oskar fehlen in diesem Buch nicht.

Aufgewärmt und trotzdem gut


Stellt sich die Frage, warum die Leser einen Valensky-Krimi auch nach dem zehnten Mal aufwärmen gierig verschlingen. Der Grund dafür kann daran liegen, dass die Heldin der Romane genauso gerne kocht, wie die Autorin selbst: Da Eva Rossmanns Krimi Grauslichkeiten ausspart, kann man die Passagen mit fachlichen Anmerkungen, in denen die Protagonistin herrliche drei-Gänge-Menüs und französischen Lammbraten zubereitet, so richtig genießen. Auch wenn der Heldin manchmal ihre deftigen Speisen schwer im Magen liegen – für den Leser ist dieses Buch erholsam.

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AutorInnen

Martina Powell

Martina Powell

beschäftigte sich schon im Biologieunterricht lieber mit Aphorismen und Kurzgeschichten als mit der Photosynthese. Widmet sich nun vor allem "Fokus" und ihren Geschichtebüchern.

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