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Krawall und Remmidemmi am FM4 Geburtstagsfest

2009-01-26 16:00:48

  • Geburtstagsfest Fm4 2009
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FM4 feierte seinen 14.Geburtstag wie gewohnt in der Arena Wien. Mit dabei waren diesmal: Franz Ferdinand, Deichkind, The Rakes und viele mehr. Ein würdiger Start in das neue Party-Jahr.

Was einmal als kleine Revolution begann, hat sich in den letzten 14 Jahren wunderbar in Österreichs Medienlandschaft etabliert und so ist der Radiosender FM4 heute nicht mehr aus unseren Gehörgängen wegzudenken.
Wie jedes Jahr schmiss FM4 auch heuer wieder in der Arena Wien eine der größten Parties des Jahres, um seinen Geburtstag zu feiern und wurde durch Hunderte von HörerInnen gewürdigt, die trotz Eiseskälte in Massen zum restlos ausverkauften Fest gepilgert waren.

Der Beginn eines langen Abends

Opener des Abends war Clara Luzia, die mit Haube, Schal und Fingerlingen die Bühne betrat, um mit ihrer zarten Stimme die Herzen ihrer Fans zu erwärmen. Dabei bekam sie Unterstützung von ihrer Band, der seit einiger Zeit auch eine Cellistin angehört. Anfangs noch etwas spärlich, versammelten sich schon bald viele SympathisantInnen vor der Bühne, um Claras melancholischen Liedern zu lauschen und um der jungen Wienerin zuzujubeln.

Krawall, Torte, Federn

 

Das FM4 Geburtstagsfest war bereits voll im Gange, als Deichkind die große Open Air-Bühne betraten. Und auch diesmal wurden sie ihrem Ruf als atemberaubende Live-Band gerecht. Während sich die Bandmitglieder bei "Dicker Bauch" gegenseitig noch genüsslich die Bäuche rieben, paddelten sie kurze Zeit später schon mit einem Schlauchboot über die tosende Menge. Gekleidet in die für sie typischen Müllsäcke und mit einem motivierenden "YEAH" auf dem Rücken, überschlugen sie sich auf Riesentrampolins, spritzten mit Wasserpistolen ins Publikum und brachten die ZuschauerInnen mit synchronem Chaos ins Tanzfieber. Sowohl mit Liedern ihrer 2008 erschienenen Platte Arbeit Nervt wie der gleichnamigen Single oder "Ich und mein Computer", als auch mit Hits aus früheren Zeiten machten sie ihren Auftritt zu einer runden Sache.

Gegen 22:00 Uhr wurde die Geburtstagstorte auf die Bühne getragen. Zur Enttäuschung vieler wurde die vorher groß angekündigte Verteilung der Stücke durch ein Deichkind-Katapult jedoch nicht wahrgemacht. Klang- und sanglos (nur zaghaft wurde ein Geburtstagslied angestimmt) wurde die Torte, die noch nicht mal Kerzen hatte, unter den Leuten verteilt. Dieser eher unspektakuläre Teil der Geburtstagsbescherung wurde allerdings von einer "Remmidemmi"-Zugabe von Deichkind im Konfetti Meer schnell wieder wettgemacht.

Der große Headliner

Sei es aus Motivation oder der Kälte wegen, Franz Ferdinand schienen bei ihrem daran anschließenden Auftritt ungewohnt mobil zu sein und ließen ihre Beine tanzen. Waren es die Temperaturen, die das Publikum dazu veranlassten, die vor Kälte zitternden Körper in Bewegung zu setzen und wieder aufzuwärmen? - Vielleicht war es auch der Beat. Die ganze Show der Schotten dauerte etwa eineinhalb Stunden und beinhaltete neben alten Liedern, die zum Teil neu arrangiert waren, einige Songs des neuen Albums Tonight: Franz Ferdinand, bei dem weit weniger Gitarren, dafür mehr Synthesizer vorkommen.

Die Halle öffnet ihre Pforten

Zeitlich halb-parallel zu Franz Ferdinand bespielten Schwefelgelb die Indoor-Bühne und schlugen sich dabei fantastisch. Die Halle, die immer voller wurde (sei es wegen der draußen herrschenden Kälte oder aufgrund der bravourösen Performance von Schwefelgelb), dröhnte und die ausgelassene Stimmung motivierte mehr und mehr BesucherInnen, ihre Hüften in Schwung zu setzen. Die deutsche Elektrogruppe präsentierte ihr aktuelles Album Alt und Neu, wobei ein vermummter, ferngesteuerter Tänzer im Publikum die Masse zum Abrocken animierte. Ein außergewöhnlicher erster Wien-Gig von Schwefelgelb! Man darf gespannt sein auf mehr. Und wir "tanzten alle in D-Moll"!

Blitzlichter und Lärmschwaden

Es war bereits weit nach Mitternacht, als Martin Blumenau und Hermes die drei jungen Herren von 1000 Robota auf die Bühne in der immer noch gut gefüllten Arena-Halle baten. Von den beiden FM4 Moderatoren mit den Worten „sie werden als die Nachfolger von Tocotronic gehandelt“ angekündigt, wurde wohl der einen oder dem anderen BesucherIn sehr schnell bewusst, dass es sich bei diesem Vergleich nicht unbedingt um einen der musikalischen Art handelt, wo doch 1000 Robota deutschen Punkrock neu erfinden und sich nur textlich-inhaltliche Parallelen zu Tocotronic auftun.
Die Hamburger präsentierten die Songs ihres Debütalbums Du nicht er nicht sie nicht erstmals in Wien und – es mag an der abgehobenen Distanziertheit der Band oder an der Unbekanntheit der Lieder liegen – konnten dem Publikum nur spärlichen Applaus entlocken. So leicht es auch bei den deutschen Kollegen von Deichkind oder Schwefelgelb funktioniert hatte, der Funken sprang diesmal einfach nicht über. Schade. Man kann nur hoffen, dass 1000 Robota eine zweite Chance gegeben wird. Sie wären es wert.

Das große Finale


Der krönende Abschluss am FM4 Geburtstagsfest wurde von WhoMadeWho bestritten. Die drei bärtigen Dänen, die auf den ersten Blick aussehen, als könnten sie kein Wässerchen trüben, betraten die Bühne in bewundernswerte Bühnenoutfits gekleidet (schwarz-weiß gemusterter Überwurf, darunter Leggins bzw. lange Unterhosen) und verbreiteten ihren fröhlichen Elektropop. Auch wenn das Publikum eher freundlich mit dem Fuß wippte, als sich in exaltierte Tanzposen zu werfen, lies es sich der WhoMadeWho-Drummer nicht nehmen, der Menge stolz seine knappe Baumwollunterhose und seinen Bauch zu präsentieren.
Spaß gemacht haben die Dänen auf jeden Fall und danach das verbliebene Publikum wohlbehalten in die Hände des FM4-Haus und Hof-DJs Kristian Davidek übergeben, der, mit seinem silbernen Discohelm beschirmt, noch bis fünf Uhr früh die Halle mit Elektrosounds beschallte.

Mehr Fotos gibt es auf: http://flickr.com/photos/swatchonphotos/sets/72157612977040252/

 

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Caroline Kaltenreiner

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Hariklia Woutsas

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Christian Stipkovits

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Sonja Dries

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