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Koreanisches Kuckucksnest

2008-03-04 15:45:28

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Park Chan-wooks neuer Film I’m a cyborg but that’s okay zeigt, dass es auch in Nervenkliniken die Möglichkeit gibt seine große Liebe zu finden.

Young-gun (Lim Soo-jung) weiß, dass sie ein Cyborg ist. Die Frauenstimme, die auf Young-guns Arbeitsplatz Anweisungen gibt, erklärt der jungen Frau, wie sie sich wieder aufladen kann. Denn ein Cyborg kann ohne gelegentliche Stromzufuhr nicht leben. Young-gun tut wie ihr befohlen und landet prompt in einer Nervenklinik.

Cyborgs gibt es überall

Cyborgs sind kein unbeschriebenes Blatt in der Filmgeschichte. Das Wesen, das eine Mischung aus menschlichem Organismus und Maschine ist, sorgte vor allem in Actionfilmen und Weltraumabenteuern für Furore. Der wohl bekannteste Cyborg ist wahrscheinlich Robocop. Der schwer verwundete Polizeibeamte wurde mittels der Cyborgtechnologie am Leben gehalten und übte 1987 in unseren Kinos Rache.

Ganz untypisch für das Genre des Cyborgfilms ist Park Chan-wooks I’m a cyborg but that’s okay. Der Film spielt nicht in einer fernen Zukunftswelt, sondern im Korea des hier und jetzt. Die Menschen werden nicht von Maschinen beherrscht. Ihre eigenen Psychosen haben Macht über sie ergriffen. Während Young-guns Großmutter sich für eine Maus hält und den ganzen Tag Rettich isst, sieht sich die junge Frau als Cyborg. Für die Mutter, gespielt von Jung Ji-hoon, ist das kein Problem. So lange ihre Tochter fern von Rettich bleibt und niemanden von ihrem technisierten Organismus erzählt.

Eine Romanze im Kuckucksnest


Weg von der Mutter und in der Nervenklinik, beschließt Young-gun, dass sie sich wieder aufladen muss. Auf Nahrung wird verzichtet, die junge Frau saugt lieber an Batterien. Mitpatient Il-sun (Jung Ji-hoon) findet schnell gefallen an ihr. Er ist mit der Gabe ausgestattet, anderen Menschen ihre Fähigkeiten zu stehlen. Nun setzt er alles daran, die junge Frau wieder zum Essen zu bewegen.

Regisseur Chan-wook bezeichnet seinen Film als „ kind of a romantic comedy“. Die Ursprungsidee kam ihm in einem Traum über ein Mädchen, aus dessen Körper Kugeln schossen. Dazu packte der koreanische Filmemacher noch Jodeleinlagen, phantasievolle Ausflüge und interessante Nebenfiguren.

Fazit

Obwohl I’m a cyborg but that’s okay nicht ganz den sonstigen Park Chan-Wook Filmen entspricht, man denke an brutale Filme über das Motiv der Rache wie Oldboy, driftet dieser trotzdem nicht in die Schublade der typischen Romanze ab. Eine gelungene Mischung aus Romantik, Action und Psychosen machen I’m a cyborg but that’s okay zu einem überdrehten Märchen mit einem der nettesten Filmküsse des Jahres 2007.

Zu sehen ab 14. März 2008 im Top Kino in Wien.

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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