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musik

Kasabian: Das Imperium schlägt zurück

2007-04-02 00:12:19

Auch auf ihrem zweiten Longplayer „Empire“ bieten die Briten Kasabian einen musikalischen Trip, bei dem sie spielerisch Rock-, Elektronik- und Dance-Elemente vermischen.

Die Grundzutaten des Kasabian-Sounds: stets tanzbare Drumbeats, melodiegebende Bassläufe, verhallte Gitarrenteppiche, Elektrogefiepse und Tom Meighan´s in einem Meer aus Hall-Effekten oder Chören schwimmende Stimme. Und wo noch ein wenig Platz ist, werden fette orientalisch anmutende Streicherarrangements, von marokkanischen Rai-Musikern eingespielt, reingekleistert. Ein starkes Novum im Kasabian-Sound, das vermutlich Gitarrist/Keyboarder Sergio Pizzorno (kursiert neuerdings auch als Serge Pizzorno in der Musikpresse) zu verdanken ist, der nach Chris Karloff´s Ausstieg aus der Band nun großteils alleine für´s Songwriting verantwortlich zeichnet.
  
Foto: © 2006 Kasabian / Columbia Records UK A Kleber design
 
Bereits der fulminante Opening-Song „Empire“ enthält all die genannten Zutaten und legt als eine der stärksten Nummern des Albums die Messlatte so hoch, dass sie nicht von allen nachfolgenden Songs erreicht wird. Doch dazu später. Auf „Empire“ folgt das superlässige „Shoot The Runner“, das, wie vieles bei Kasabian, den Geist der glorreichen Manchester-Rave Zeit heraufbeschwört und damit Bands wie Happy Mondays oder The Stone Roses in Erinnerung ruft. Ebenfalls in diese Kerbe schlägt das großartige „Sun Rise Light Flies“.
  
An anderen Stellen werden geschickt Versatzstücke der Stones, der psychedelischen Beatles-Phase, von Oasis oder Primal Scream verbraten und geschickt mit Elektrosounds und Dancebeats der Marke Chemical Brothers gemischt - stets unter dem Deckmantel Coolness. Nur an wenigen Stellen wird dieser Deckmantel abgenommen, weshalb es der Musik manchmal ein wenig an Tiefgang und Seele fehlt. Einzig „British Legion“ zeigt die Band von einer anderen, fragilen und sympathischen Seite, bevor beim finalen „The Doberman“ noch mal alle Register inklusive Mariachi-Trompeten gezogen werden.
  
„Empire“ ist ein Album mit einigen herausragenden Tracks. Manche andere erwecken allerdings den Eindruck, als wären sie eher Skizzen denn fertige Songs, wie etwa „Seek And Destroy“ oder der eineinhalb minütige Vorschlaghammer-Discoknaller „Apnoea“, weshalb ich mich Noel Gallagher, der Kasabian regelmäßig als eine der besten britischen Bands in den Himmel lobt, nicht zu 100% anschließen kann.
Trotzdem, fest steht, dass es zurzeit kaum eine andere Band gibt, die es schafft, Rock, Dance und Elektronik so charmant und spielerisch zu verknüpfen, wie Kasabian. Und auch wenn die Masche nicht bei allen Songs aufgeht, ist „Empire“ ein würdiger Nachfolger ihres heftig umjubelten Debüts.


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