Nachdem Bloc Party mit ihrem Zweitwerk „A Weekend In The City“ erst kürzlich bewiesen haben, dass ihr Debüt keine Eintagsfliege war, schießen nun auch die aus Leeds stammenden Kaiser Chiefs Album Nummer 2 auf den Markt.
Vor rund 2 Jahren haben sie wohl das Hitalbum des Jahres serviert. Songs, die in ihrer Eingängigkeit kaum zu überbieten waren bot das Kaiser Chiefs-Debütalbum „Employment“, das weltweit knapp 3 Millionen mal über den Ladentisch wanderte. Damit avancierten sie nebst Bloc Party zur meist gehypten und auch erfolgreichsten Band der britischen Insel.
Nachdem Bloc Party mit ihrem Zweitwerk „A Weekend In The City“ erst kürzlich bewiesen haben, dass ihr Debüt keine Eintagsfliege war, schießen nun auch die aus Leeds stammenden Kaiser Chiefs Album Nummer 2 mit dem hübschen Titel „Yours Truly, Angry Mob“ auf den Markt.
Und wer bereits die erste Singleauskoppelung „Ruby“ gehört hat, weiß, dass die Chiefs in Punkto Eingängigkeit und Hittauglichkeit weiterhin nicht sparen. Im Gegenteil, „Ruby“ frisst sich gleich beim 1.Hördurchgang in Deinem Ohr fest und will da auch so schnell nicht mehr raus. Womit der Song aber gleichzeitig mit dem Problem der meisten Hitsingles zu kämpfen hat, wenn sie zu sehr auf Mitsingtauglichkeit abzielen: er nervt schon bald einmal.
Aber „Yours Truly, Angry Mob“ bietet natürlich mehr als das. Etwa der bissig-ironische Titelsong „The Angry Mob“ oder die herausragende Akustikgitarrennummer “Love's Not A Competition (But I'm Winning)”, mit der das Quintett beweist, dass sie auch auf der sanften Seite ganz groß sein können. Apropos sanft, die Kaiser Chiefs waren ja nie die wilden Rockrabauken, aber im Gegensatz zum verspielten Debüt erscheint das Zweitwerk schon ein wenig glatt gebügelt. Schräge Sythies werden etwa großteils ausgespart, stattdessen setzt Keyboarder Peanut vermehrt auf natürliche Klaviersounds.
Was aber nichts an den (Hit-)Qualitäten der Songs ändert. Schon beim ersten Hören bleibt die Mehrzahl der Nummern im akustischen Gedächtnis hängen ein bzw. hat man bisweilen das Gefühl, als kenne man das Stück, das man gerade das erste Mal hört, bereits. Kein Wunder, orientiert sich die Band doch sehr an klassischen britischen Popvorbildern wie den Beatles, Kinks, Blur oder Madness. „Heat Dies Down“ ist so eines dieser „Deja Vu“-Stücke, oder „I Can Do It Without You“ oder auch „Highroyds“, das maßgeblich von Drummer Nick Hodgsons´ „du du du du“-Gesang lebt. Er ist es übrigens – und nicht etwa Sänger Ricky Wilson – der hauptverantwortlich für die Ohrwurm-Kompositionen zeichnet und so etwas wie der „Team Captain“ der Band ist. Beim Klavierballadenvorspann vom „Boxing Champ“ übernimmt er auch mal kurz die Leadvocals. Die meiner Meinung nach beste Nummer des Albums „Try Your Best“, die Wilson und Hodgson zweistimmig bestreiten, haben sich die Chiefs fast bis zum Schluss aufgespart und beschert dem Album einen angenehmen Nachgeschmack.
Abgesehen von einigen wenigen Durchhängern in der Albummitte ist „Yours Truly, Angry Mob“ ein klassisches britisches Popalbum, das sich vermutlich ebenso gut wie das Debüt verkaufen und – sofern die Ohrwürmer nicht allzuschnell verblassen – in die Kategorie „zeitlos gut“ eingereiht werden wird.